Wohneigentum: Wie viel Gehälter nötig sind

Sachwerte von Steffen Wicker

Gemessen an ihren finanziellen Möglichkeiten ist die Belastung für Immobilienkäufer in teuren Regionen rund fünfmal so hoch wie in günstigen Märkten. Bezahlbare Alternativen im Umland boomender Städte gewinnen dadurch immer mehr an Attraktivität, werden aber auch zusehends teurer.

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In begehrten Lagen sind Immobilien schon heute nicht mehr finanzierbar. derneuemann / pixabay

Für ihren Traum von den eigenen vier Wänden müssen Immobilienkäufer in Berlin, München und Frankfurt am Main besonders lange arbeiten. Während Haushalte in erschwinglichen Großstädten mit einem finanziellen Aufwand von etwa zwei bis drei verfügbaren Jahreseinkommen für eine 75-Quadratmeter-Wohnung planen können, sind in den teuren Regionen bis zu elf komplette Jahreseinkommen für eine vergleichbare Immobilie zu zahlen.

Wie die aktuellen Daten aus dem Homeday-Preisatlas zeigen, rufen Verkäufer in München die höchsten Wohnungspreise auf. Durchschnittlich 515.000 Euro müssen Interessenten derzeit für 75 m² in der bayerischen Landeshauptstadt bezahlen. Umgerechnet auf die lokale Kaufkraft von rund 48.500 Euro sind also fast elf komplette Jahreseinkommen für den Erwerb zu schultern. Ein ähnlich angespanntes Verhältnis von Preisen und Kaufkraft herrscht auch in Frankfurt am Main, Berlin, Freiburg und Regensburg (7,7 bis 9,3 verfügbare Einkommen).

Schere öffnet sich immer weiter

Im Gegensatz dazu ist der Erwerb von Wohneigentum in Großstädten, die in den vergangenen Jahren einen verstärkten Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen hatten, erheblich erschwinglicher. Nicht selten liegen die Kaufpreise für 75 Quadratmeter in preiswerten Städten unter 150.000 Euro. Insgesamt müssen Haushalte derzeit in jeder dritten deutschen Großstadt weniger als drei verfügbare Jahreseinkommen für eine entsprechende Eigentumswohnung aufbringen, insbesondere in ostdeutschen Zentren und im Ruhrgebiet.

Die sich immer weiter öffnende Schere zwischen den Regionen zeigt vor allem eines: Insbesondere in den begehrten Städten und Wohnlagen ist der Traum von den eigenen vier Wänden bereits heute für viele Haushalte nicht mehr finanzierbar! Angesichts der ausufernden Kosten gewinnen bezahlbare Alternativen in der Umgebung hochpreisiger Lagen zunehmend an Attraktivität bei den Immobilienkäufern.

Die Folge ist allerdings auch hier ein zusätzlicher Preisanstieg vor Ort. Entsprechende Entwicklungen lassen sich bereits heute in zahlreichen städtischen Randlagen nachweisen. Insbesondere die Lage im Großraum München, wo es de facto keinen preislichen Spielraum mehr nach unten gibt, zeigt sehr eindringlich, welchen Weg die Immobilienmärkte in anderen Regionen möglicherweise erst noch vor sich haben (Tabelle zum Vergrößern klicken).




Den vollständigen Beitrag mit der Übersicht "Städtevergleich: Wo am längsten für das Eigenheim gearbeitet werden muss" finden Sie in der kommenden procontra.

 

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