Wie die Fondspolice das Fondsdepot schlagen kann

Berater Top News Meistgeklickt von Detlef Pohl

Fondsplattformen tragen zu kostengünstiger Verwaltung bei. Im Versicherungsmantel lassen sich zusätzlich Kosten sparen. Was die Kombination eines preiswerten Versicherers mit einer kostengünstigen Fondsplattform bringen kann.

Thomas Krog begründet, warum eine Versicherungslösung das klassische Fondsdepot nach Steuern in den Schatten stellen kann. Quelle: Honorar Konzept

Investmentberater verwalten die Fonds ihrer Kunden über Fondsplattformen. Sie halten von Versicherungen nicht viel; die seien zu teuer, intransparent und unflexibel. Allerdings gehört neben der Kernleistung des Beraters, ein Portfolio zu erstellen und im Kundeninteresse laufend zu prüfen, auch die Nebenleistung, eine Lagerstelle für das Portfolio einzurichten. Meist erfolgt dies in einem Fondsdepot.

„Dabei ist eine bessere Leistung nach Steuern als im Depot unter einer Einschaltung einer Versicherung möglich“, sagte Thomas Krog letzten Donnerstag in einem Webimar. Der Business Coach des Dienstleisters Honorar Konzept leitete vor Versicherungsmaklern her, wie ein Erfolgsmodell auf Honorarbasis aussehen könnte, mit dem die Versicherung das Fondsdepot schlägt. Der Ansatz, der im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der Fondsdepotbank und dem Lebensversicherer My Life verfolgt wird, klingt simpel: „Wir ummanteln keine Fonds – wir ummanteln gleich eine ganze Fondsplattform“, sagt Krog.

Mit dem Produkt „myLife Invest“ könne man bei exakt gleicher Fondsperformance bessere Ergebnisse nach Steuern und Gebühren produzieren. Die Flexibilität bleibt wie im Fondsdepot erhalten. Zusätzlich ist „myLife Invest“ von vertrieblichen Abschlusskosten befreit. Kunden und Berater können individuell und separat ihre Vergütung vereinbaren, so dass der Vertrag durch geringere Kosten von Anfang an mehr Rendite erwirtschaftet. Kickbacks werden in Form von fondsindividuellen Überschüssen vollständig an den Anleger ausgekehrt. „Dadurch werden Steuervorteile nicht durch die Gebühren aufgezehrt“, so Krog.

Versicherungslösung im Fondsplattformmantel

Der Vergleich von Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Sicherheit spräche für die Versicherungslösung. Was viele Berater nicht wissen: „Eine Police hat bis zu sieben Steuervorteile gegenüber reinen Depots – sechs davon gelten bereits von Beginn an“, so Krog: ordentliche Erträge (Zinsen/ Dividenden), außerordentliche Erträge (Kursgewinne), Vergütung für Berater ist umsatzsteuerfrei, Gewinnminderung der Vergütung, Kickbackerstattungen und Vererbung (steuerfrei im Todesfall).

„Dadurch sind bei 100.000 Euro Anlagebetrag nach dem ersten Jahr bereits 2.000 Euro mehr auf dem Konto als auf dem Fondsdepot“, hat Krog errechnet. Mit dieser Manövriermasse lässt sich über die Zeit ein massiver monetärer Vorteil aufbauen. Ein wichtiger Grund: „Das Produkt kommt völlig ohne Einstiegsgebühr aus, der Kunde zahlt an den Lebensversicherer lediglich 0,45 Prozent vom Nettoanlagevolumen sowie 60 Euro Stückkosten pro Jahr als jährliche Verwaltungskosten.“ Dies sei nicht mal halb so viel wie bei den meisten Aktienfondsdepots.

Dies führe zu einem soliden wirtschaftlichen Ergebnis: Nach 15 Jahren stünden 190.785 Euro Policenwert zu Buche, im Fondsdepot lediglich 171.998 Euro. Der Berater hätte bis dahin – trotz nominal gleicher Vergütung - aus dem Depot 20.355 Euro vereinnahmt, aus der Police 21.276 Euro. „Das Servicemodell und der Plattformmantel führen zu einer Win-Win-Situation für Berater und Kunde“, so Krog.

Plattformmantel steuerlich abgesegnet

Makler (mit 34d-Zulassung) könnten „myLife Invest“ auch ohne 34f-Zulassung anbieten. Man müsste bei Umschichtungen aber immer vorher die Zustimmung des Kunden einholen. „Sonst wäre es Portfolioverwaltung, die mit 34d- und auch 34f-Zulassung nicht erlaubt ist“, betont der Business Coach. Laut Krog ist die Lösung nach BMF-Schreiben vom 1. Oktober 2009 – insbesondere der Randziffern 34 (keine Vermögensverwaltung) und 78 (Mindesttodesfallschutz)– absolut steuerkonform.

Um Kunden von der Plattformummantelung „myLife Invest“ zu überzeugen, hat Honorar Konzept im Onlinebereich für angemeldete Berater eine Entscheidungsmatrix hinterlegt, die den Vergleich zum Fondsdepot bis ins kleinste Detail zeigt. Aus Kundensicht lohne sich das neue Produkt insbesondere, wenn der Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft ist, Wert auf Portfolio-Optimierung gelegt wird, etwa durch Rebalancing, oder das Vertragsvermögen vererbt werden soll.

„Veränderungen im Vergleich zwischen Plattformmantel und Fondsdepot durch das neue Investmentsteuergesetz sind marginal“, sagt Krog. Je nach konkreten Fonds schlage das Vorteils-Pendel mal leicht in die eine Richtung aus, mal in die andere.

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