Storno gestiegen – schlecht beraten?

Berater von Michael Fiedler

12,7 Milliarden Euro – so groß ist das Stornovolumen bei deutschen Lebensversicherungen. Dabei verlieren Versicherte Millionenbeträge, wenn sie kündigen. Wurde schlecht beraten?

Lebensversicherung Storno Kündigung

Ist es gelungen, die Stornoquote in der Lebensversicherung zu senken? Die GDV-Zahlen geben darüber Auskunft. pixabay / rawpixel

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat vorgeschlagen, die Vergütung von Vermittlern an Qualitätsstandards zu koppeln. Ein Kriterium könnte die Stornoquote sein, soll Exekutivdirektor Dr. Grund vorgeschlagen haben.

Vor diesem Hintergrund ist das kürzlich erschienene Statistikwerk „Die Lebensversicherung in Zahlen 2018“ von besonderem Interesse. Der GDV-Veröffentlichung ist zu entnehmen, dass das Stornovolumen 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent gestiegen ist. Insgesamt betrug das Stornovolumen 12,7 Milliarden Euro.
Waren die Versicherten also schlecht beraten? Fragt man bei Zweitmarktakteuren nach, fällt die Antwort klar aus: Durch die Kündigung hätten die Deutschen etwa 100 Millionen Euro verloren. Denn der Verkauf auf dem Zweitmarkt hätte drei bis fünf Prozent Mehrerlös gebracht. Der Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt für Lebensversicherungen (BVZL) plädiert inzwischen für eine gesetzliche Hinweispflicht für Versicherer. Sie sollen ihre kündigungswilligen Kunden über die Möglichkeiten auf dem Zweitmarkt aufklären.

Bleibt die BaFin-Forderung nach Qualitätskriterien. Die bezog sich auf die Stornoquote. Und gemessen an der Zahl der Verträge ist die Stornoquote von 2,82 auf 2,65 Prozent gesunken.

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