Spahn fordert: Gesundheitsdaten aufs Smartphone

Versicherungen Digital Top News von Michael Fiedler

Alle Versicherten sollen ihre Gesundheitsdaten abrufen können. Wie sich das mit der DSGVO verträgt, wo Konfliktpotenzial besteht, welche Vorteile es bei Vorabanfragen geben könnte und welche Versicherer bereits testen.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn drückt bei Digitalisierung aufs Tempo. Bild: Bernd Von Jutrczenka/dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn muss auf dem wenig beliebten Posten politische Lorbeeren ernten. Versuchen will es der jüngste Minister am Kabinettstisch Merkel u.a. elektronischen Patientenakte (ePa).
Diese Patientenakte soll laut Koalitionsvereinbarungen bis 2021 kommen. Spahn will nun die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, um für Kassen, die bereits das neue System erproben, die „notwendige Rechtssicherheit“ zu schaffen, so der Minister gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

ePa: Allianz testet auch

Zu diesen Versicherungen, die die ePA bereits testen, zählen Techniker Krankenkasse, AOK aber auch ein Verbund aus Allianz, DAK und IKK Classic. Die von den Versicherern erprobten Systeme unterscheiden sich u.a. in Punkto Datenspeicherung. Während TK und Konsortium um Allianz und DAK einen zentralen Speicherort für die Daten bevorzugen, setzt AOK auf dezentrale Datenspeicherung. Sicher auch ein Umstand, der der Organisationsform der Allgemeinen Ortskrankenkassen geschuldet ist.
Dass diese unterschiedliche Datenspeicherung nicht zu Schwierigkeiten z.B. beim Kassenwechsel führt, wird Aufgabe der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik). Sie wird Vorgaben erarbeiten, wie die Systeme bis 20121 zu arbeiten haben.

Weiterer Grund für Spahns Eile: Das Sozialgesetzbuch deckt die digitale Übertragung von Versichertendaten nicht ausdrücklich. Eine Anfrage der FDP-Fraktion versuchte, den Finger in die Wunde zu legen und fragte, inwieweit die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Änderungen mit sich bringe.

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