Rohrbruch – was passiert, wer zahlt und wer haftet?

Wohngebäude Themenseite von Beatrix Altmann

Rohrbrüche sind die häufigste Schadenursache im Wohngebäudebereich. Warum der Westteil Deutschlands stärker betroffen ist, was ein solcher Schadenfall kostet und welche Präventivmaßnahmen Mieter und Eigentümer im Vorfeld ergreifen können.

Wasserrohrbruch Leitungswasser Wohngebäude

Kommt es zu einem Wasserschaden, ist schnelle Hilfe gefragt. Noch besser: Es kommt gar nicht erst zum Schaden. pixabay / stevepb

Es ist das Schreckensszenario eines jeden Hausbesitzers: Geplatzte Wasserrohre oder kaputte Leitungen, die das Haus durchfluten und das gesamte Mobiliar massiv beschädigen. Zum Schluss kommen immense Kosten auf die Betroffenen zu. Ganz zu schweigen von den ideellen Werten, die durch die Nässe für immer verloren gehen.

Über eine Milliarde Euro kosten Leitungswasserschäden die deutschen Versicherer in der Wohngebäudeversicherung. Die verursachten Kosten: mehr als 2,1 Milliarden Euro. In jedem fünften deutschen Ein- oder Mehrfamilienhaus kam es bereits zu einem Rohrbruch. Insgesamt kommen Wasserschäden zehnmal häufiger vor als Brände.

Laut GDV gibt es in Deutschland alle 30 Sekunden einen Wasserschaden, löst sich eine Dichtung oder platzt eine Armatur. Und in keiner Stadt sind die Leitungen so marode wie in Köln. Das hat einen einfachen Grund: Das Leitungswassernetz im Westen ist wesentlich anfälliger und müsste dringend saniert werden. Das wurde nach der Wende fast ausschließlich im Osten getan – und daher sind die Schäden dort im Vergleich zum Westen viel seltener. Auch Starkregen ist ein Problem und führt zu immer größeren Schäden.

Präventivmaßnahmen können das Schlimmste verhindern

Je früher man entdeckt, dass irgendwo ein Rohr leckt, desto besser. Beispielsweise, wenn ein Wasserzähler weiterläuft, auch wenn nirgendwo Wasser verbraucht wird. Auch ein Abfall des Wasserdrucks kann ein Anzeichen dafür sein, dass es irgendwo ein Leck in der Leitung gibt. Die ersten Anzeichen für einen Rohrbruch kann auch ein Feuchtigkeitskranz an der Wand oder Schimmelpilz hinter der Fußleiste sein.

Vorbeugen statt zu spät handeln: In vielen Fachgeschäften sind spezielle Wassermelder erhältlich, die so ähnlich funktionieren wie Rauchmelder: Sensoren an der Wand oder über dem Boden registrieren, wenn es ungewöhnlich feucht wird und schlagen dann Alarm. Viele der Wassermelder lassen sich heute ins Smart Home integrieren und schicken ihre Meldungen direkt aufs Handy.

Was ist nach einem Rohrbruch zu tun

Als erstes nicht in Panik verfallen, sondern die Wasserzufuhr abstellen. Es reicht, den betroffenen Absperrhahn zu schließen – ist das nicht möglich, dann muss der Absperrhahn geschlossen werden. Um einen Kurzschluss zu vermeiden, muss die Stromzufuhr ebenfalls unterbrochen werden. Dokumentieren Sie den Schaden so detailliert wie möglich und reichen Sie die Fotos anschließend bei Ihrer Versicherung ein. Informieren Sie Ihre Versicherung und schildern Sie den Schaden. Bevor Sie den Schaden melden, sollten Sie aber keine Reparaturmaßnahmen durchführen, damit die Versicherung alles begutachten kann und gegebenenfalls für die Reparatur und Instandsetzung nach dem Wasserschaden zahlen kann.
In der Gebäudeversicherung des Eigentümers können alle Schäden, die am Gebäude entstehen, abgesichert werden. Sie zahlt auch für die Reparatur und Instandsetzung nach dem Wasserschaden.

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