Mit Riester geht es weiter bergab

Berater von Florian Burghardt

Die Riester-Rente kränkelt weiter. Während sie sich mit einem knappen Vertragsplus ins neue Jahr retten konnte, schlägt das erste Quartal 2018 umso härter zu. Wie reagieren Branche und Politik auf die weiter sinkende Nachfrage?

Die Riester-Nachfrage befindet sich in einer Abwärtsspirale. Besonders beim Bestand der Riester-Versicherungsverträge geht es zahlenmäßig seit Jahren bergab.

Die Riester-Nachfrage befindet sich in einer Abwärtsspirale. Besonders beim Bestand der Riester-Versicherungsverträge geht es zahlenmäßig seit Jahren bergab. Bild: Pezibear/Pixabay

Der Gesamtbestand an Riester-Verträgen ist im ersten Quartal des laufenden Jahres gesunken. Das geht aus den gestern veröffentlichten Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) hervor. Damit erwischte die zusätzlich geförderte private Altersvorsorge, wie schon zu Beginn des Jahres 2017, einen holprigen Start. Unter dem Strich stand ein Minus von 9.000 Verträgen. Damit ist der Gesamtbestand auf 16,584 Millionen gefallen.

Der "Riester-Verdruss" setzt sich vor allem bei den Versicherungsverträgen fort. Ihre Anzahl sank gegenüber dem Jahresende 2017 um 24.000 auf nun noch 10,843 Millionen. Seit 2014 nimmt der Bestand der Versicherungsverträge kontinuierlich ab. Dieses Schicksal teilen die Riester-Banksparverträge. Bei ihnen stand zum Quartalsende ein Minus von 11.000 Verträgen (Gesamtbestand jetzt: 715.000).

Wie reagieren Branche und Politik?

Einen Zuwachs konnten erneut die Investmentfondsverträge (+19.000 auf jetzt 3,252 Millionen) und die Wohn-Riester-Verträge (+7.000 auf jetzt 1,774 Millionen) erzielen. Insgesamt konnten die Netto-Neuabschlüsse in diesen Produktbereichen die Vertragsrückgänge der zwei anderen Bereiche aber nicht auffangen.

Schon seit langem wird in der Versicherungsbranche und der Politik diskutiert, wie man die Nachfrage wieder ankurbeln kann. Zu einer verpflichtenden Maßnahme für alle Angestellten und Selbstständigen, wie sie Walter Riester im procontra-Interview vorschlug, wird es sehr wahrscheinlich nicht kommen. Für eine Reform des Produkts gibt es jedoch viele fachkundige Vorschläge. Allerdings haben die Große Koalition und der GDV auch ein neues Riester-Standardprodukt im Köcher.

Wer sein Riester-Wissen auffrischen möchte, für den empfiehlt sich Modul 1 des dreiteiligen Webinars von Riester-Experte Joachim Haid auf der Onlinemesse profino. Hier kostenlos anschauen

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