Künstliche Intelligenz – was ist das überhaupt?

Digital von Markus Heussen

KI – künstliche Intelligenz wird auch die Versicherungsbranche umkrempeln. Doch was ist unter KI eigentlich zu verstehen und welche Sorgen sind aus Vermittlersicht berechtigt? Markus Heussen (b-tix) zeichnet im Gastbeitrag die Entwicklungslinien künstlicher Intelligenz nach.

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Beschreibt im Gastbeitrag, wie KI auch in der Versicherungsbranche an Bedeutung gewinnt: Markus Heussen. Bild: B-Tix

Intelligente Systeme sprechen mit uns und fahren Auto. Diese Entwicklungen erleichtern unser Leben, machen einigen aber auch Sorge. Auch für den Versicherungsvertrieb stellt sich die Frage: Wird der Mensch bald überflüssig?

So wie damals die Eisenbahn und Dampfmaschine wird künstliche Intelligenz – kurz KI – unser Leben maßgeblich verändern. Dass revolutionäre Ideen immer auch mit Skepsis beäugt werden, ist normal. Im Gegensatz zu den qualmenden Ungetümen aus dem 18. Jahrhundert ist künstliche Intelligenz aber weniger greifbar. Das verunsichert die Menschen.

Was ist künstliche Intelligenz überhaupt? Als Forschungszweig der Informatik hat sie sich schon in den 1950-er Jahren etabliert. Der Ansatz dahinter: Computer sollen selbstständig Lösungswege finden.

KI auf dem Vormarsch

Dieser Ansatz liegt dem Programm AlphaGo zugrunde. Es machte Furore, weil es den Weltmeister Lee Sedol beim Go – einem komplexen Strategiespiel – schlug. Seine Entwickler bauten hierfür ein künstliches neuronales Netzwerk auf und trainierten es mit 30 Millionen menschlichen Go-Spielen. Die Maschine gewann 4:1 gegen den Menschen.

Kurze Zeit später gelang es dem Nachfolger AlphaGo Zero 100:0 gegen seinen Vorgänger zu gewinnen. Das Unglaubliche: Die Maschine kannte nur noch die Spielregeln, erhielt keine Trainingsdaten mehr von außen, sondern spielte einfach drei Tage gegen sich selbst. Danach beherrschte sie das Spiel in Perfektion.

Intelligente Systeme setzen Lernalgorithmen ein, die in der mathematischen Theorie oft mehrere Jahrzehnte alt sind. Dass die KI ihre größten Fortschritte in den letzten Jahren erzielte, liegt im Wesentlichen an zwei Faktoren: Die für Lernalgorithmen benötigte Rechenleistung lässt sich dank Cloud Computing einfach zusammenschalten und es stehen Unmengen an Daten zur Verfügung.

Inzwischen hat sich KI in vielen Bereichen ausgebreitet: Google-Ergebnisse werden intelligent sortiert, Autos fahren eigenständig, Chat-Roboter und Sprachdienste wie Alexa beantworten unsere Fragen. Auch vor der Versicherungswirtschaft macht sie nicht halt.

Sorgen der Vermittler

Das Thema KI beschäftigt auch Versicherungsvermittler, wie wir jüngst im Chat zu unserem profino Webinar verfolgen konnten. Sie fragen sich: Wenn Maschinen Brettspiele gewinnen, können sie dann auch Versicherungen verkaufen und Vermittler überflüssig machen?

Dabei ist künstliche Intelligenz an sich nichts Schlimmes. Es kommt immer nur darauf an, wie man sie einsetzt. Eine KI ist heute noch weit davon entfernt, den Makler zu ersetzen. Sie kann immer nur eine Sache wirklich gut. Ein Makler hingegen ist ein echter Allrounder und im Sinne der KI ein Multitalent. Intelligente Systeme können ihm allerdings helfen, seine Kunden besser zu bedienen. Überflüssig wird auf Dauer nur der Makler sein, der sich dieser technologischen Entwicklung verschließt und dadurch nicht mehr wettbewerbsfähig ist.

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