Infinus-Manager verurteilt

Sachwerte Berater Top News von Matthias Hundt

Gewerbs- und bandenmäßiger Betrug in Tateinheit mit Kapitalanlagebetrug - so urteilten die Richter gegen den Ex-Infinus-Chef und vier weitere Manager. Ein Schneeballsystem sei nachweislich betrieben worden. Was das Urteil für die Anleger bedeutet

Foto: Gerichtssaal mit Angeklagten Jörg B. (rechts, sitzend) und Prof. Dr. Kevan K. (links, stehend)_Foto: Videoausschnitt MDR Sachsen

Foto: Gerichtssaal mit Angeklagten Jörg B. (rechts, sitzend) und Prof. Dr. Kevan K. (links, stehend)_Foto: Videoausschnitt MDR Sachsen

Fünf ehemalige Manager der Infinus-Gruppe sind viereinhalb Jahre nach deren Ende nun zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Sie wurden von der Wirtschaftskammer des Dresdner Landgerichts des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs im besonders schweren Fall und Kapitalanlagebetrugs für schuldig befunden. Hauptangeklagter war Infinus-Gründer Jörg Biehl. Er wurde zu acht Jahren verurteilt, vier weitere Manager zu fünf Jahren und vier Monate. Ein fünfter Angeklagter aufgrund von Beihilfe zu 4,5 Jahren.

Schneeballsystem nachgewiesen

Rund 22.000 Anleger mit einem Anlagevolumen von über 300 Millionen Euro wurden Opfer eines der größten Anlage-Skandale Deutschlands. Die hohen Renditeversprechen konnten nur mit dem Geld neuer Anleger gehalten werden. Der vorsitzende Richter Hans Schlüter-Staats konstatierte: „Tatsächlich gab es überhaupt kein echtes Geschäft zum Zweck der Renditegewinnung.“

Konkrete Haftstrafen

Hauptangeklagter Jörg B.: 8 Jahre
Prof. Dr. Kevid K.: 6 Jahre
Rudolf O.: 6 Jahre, 10 Monate
Siegfried B.: 5 Jahre, 10 Monate
Jens P.: 5 Jahre, 4 Monate
Andreas Ki.: 4 Jahre, 6 Monate
 

Was das Urteil jetzt für die Anleger bedeutet

Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen sieht durch die hohen Haftstrafen eine gewisse Genugtuung für die Opfer. Auch sei das Urteil nützlich für anhängige Zivilklagen. Aufgrund des dreiteiligen Verfahrens (Straf-, Zivil- und Insolvenzverfahren) bedeute das Urteil auf Strafebene jedoch nicht automatisch, dass die Geschädigten nun mehr Geld bekommen, so die Expertin.

Hier geht's zum Videobeitrag von MDR Sachsen

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