Cyber: Identitätsdiebstahl zur Ansprache nutzen

Berater von Michael Fiedler

Versicherungsvermittler, die Cyberpolicen platzieren wollen, sollten Identitätsdiebstahl zur Kundenansprache nutzen, zeigt eine aktuelle Umfrage. Dass nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen betroffen sind, belegt ein aktueller Fall.

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Identitätsdiebstahl: Hilfe von Unternehmen zur Gefahrenabwehr ist willkommen. Bild: pixabay / TheDigitalArtist

Wie kann Cyberschutz in der Beratung angesprochen werden? Der aktuelle Schufa-Kompass gibt Hinweise darauf. Denn rund ein Drittel der Befragten gibt an, jemanden im Bekannten- oder Familienkreis zu kennen, der bereits Opfer von Identitätsmissbrauch geworden ist. Bereits selbst Opfer geworden zu sein, gaben sogar zwölf Prozent der Befragten an. Das kann z.B. der Fall sein, wenn jemand in ihrem Namen einkauft und dafür Konto- oder Kreditkartendaten missbräuchlich verwendet.

Datensicherheit: Mehrheit würde Unterstützung nutzen

Das Thema ist gut vorbereitet und erfordert vom Vermittler nicht unbedingt ausführliche Darstellung möglicher Konsequenzen. Denn 63 Prozent der Befragten gaben an, sich gut Gefahren einer missbräuchlichen Nutzung ihrer Daten informiert zu fühlen.
„Als Konsequenz trifft die große Mehrheit Schutzvorkehrungen“, berichtet Prof. Manfred Güllner, forsa-Geschäftsführer. „Sie achten zum Beispiel bei E-Mails auf verdächtige Absender und Anhänge und öffnen dieses gegebenenfalls nicht. Auch das regelmäßige Überprüfen des Kontos auf verdächtige Bewegungen gehört dazu. 77 Prozent der Befragten geben an, sparsam mit den Informationen zu sein, die sie im Internet angeben“, erläutert Güllner.
Um den Schutz der eigenen Daten sicherzustellen, würden 52 Prozent der Befragten auch Angebote von Unternehmen nutzen. Hier können Vermittler ansetzen und gezielt auf Versicherer verweisen, die solche Leistungen ebenfalls anbieten. Zudem geht der Großteil der Befragten (83 Prozent) davon aus, dass die missbräuchliche Verwendung von persönlichen Daten durch die zunehmende Digitalisierung in Zukunft steigen wird. Auch das lässt sich als positives Signal für den Vertrieb von Cyberschutz-Policen verstehen.

Identitätsmissbrauch: Auch Unternehmen betroffen

Doch auch Unternehmen sind von Identitätsdiebstahl bzw. -missbrauch betroffen. So teilte die Quant.Capital Management GmbH mit, Opfer eines solchen Delikts geworden zu sein. Unbekannte Täter hätten unter Verwendung des Namens der Gesellschaft Personen persönlich und telefonisch angesprochen und Geschäftsmöglichkeiten angeboten, die nicht das Angebot des Unternehmens widerspiegeln.
Um Kunden und Anleger zu schützen, seien „unverzüglich alle notwendigen Maßnahmen“ eingeleitet worden, so das Unternehmen. So verwies Quandt.Capital u.a. darauf, dass nur eine Webseite betrieben wird und weder Mitarbeiter noch eine Niederlassung in Frankfurt am Main existieren. Zudem hätten die Angreifer zu keinem Zeitpunkt Zugang zu den Servern der Gesellschaft und den darauf abgelegten Daten gehabt.

Video: Anzeichen für Identitätsdiebstahl

Aber wie merkt man eigentlich, wenn man Opfer von Identitätsdiebstahl geworden ist? Einige Anzeichen dafür hat das Software-Unternehmen Norton im Video zusammengetragen.

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