BU-Zielgruppentarife: Lieber speziell als generell?

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Berufsunfähigkeit: Ist der Misere bei der Absicherung des BU-Risikos mit Zielgruppenkonzepten beizukommen? Wie weit sollte die Auffächerung gehen? Die Branche ist durchaus verschiedener Meinung.

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Wie erreicht man Zielgruppen wie Handwerker mit BU-Policen? Bild: pixabay / geralt

Bezahlbarkeit ist bekanntlich das große Manko gerade für diejenigen, die BU-Schutz am nötigsten brauchen. Für Anfänger im Beruf oder noch ohne gibt es hier inzwischen eine Reihe Konzepte am Markt, die rechtzeitige Absicherung in jüngeren Jahren mit preisgünstigem Einstieg ermöglichen. Angebote bereits für 10-Jährige machen etwa Swiss Life, ebenso Continentale, LV1871 oder Alte Leipziger.

Mehr Differenzierung sei nicht notwendig. Die starke Fokussierung auf Zielgruppen in der Vergangenheit ermögliche maßgeschneiderte Lösungen. Gleichwohl könne man darüber streiten, ob dies „manchen Berufsgruppen, etwa Handwerkern, auch Nachteile gebracht hat“, so Dr. Helmut Hofmeier, Vorstand Leben im Continentale Versicherungsverbund.
Und Carsten Hölzemann, Produkt- und Innovationsmanager bei der Gothaer Lebensversicherung, ist überzeugt: Zielgruppenkonzepte innerhalb der BU verhelfen nicht zu höherer Durchdringung. Dafür brauche es alternative Konzepte außerhalb einer BU.

Risiko für Handwerker abdecken

Demgegenüber sieht man bei der R+V-Tochter Condor gerade bei handwerklichen Berufen sowohl für den Markt als auch für sich selbst Optimierungsbedarf. Hier gelte es einen verständlichen, bezahlbaren und zugleich fundierten Schutz für diese Zielgruppe weiterzuentwickeln.
Mit eben dieser Intention ist die Münchener Verein jüngst mit ihrer neuen Deutschen Handwerker-Berufsunfähigkeitsversicherung am Markt gestartet. Der Musterfall und die Musterrechnung dazu: 1000 Euro monatliche Rente für einen selbstständigen Elektromechaniker, der nach einem Arbeitsunfall mit einem komplizierten Trümmerbruch in der Schulter mit 29 Jahren berufsunfähig wird. Bei einem Eintrittsalter von 25 Jahren für knapp 26 Euro monatlich zu haben. Bei dieser Variante fließt die volle BU-Rente bei orthopädisch- oder unfallbedingter Berufsunfähigkeit, in allen anderen BU-Fällen die halbe. „Die Aktiv-Variante ist das Mittel der Wahl, wenn es in erster Linie um das Abdecken der beiden Hauptrisiken für Handwerker geht“, erklärt dazu Michael W. Matz, Leiter Fachbereich Produktmanagement/Marketing, Münchener Verein.

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