Betriebsrente: Bleibt bAV gutes Makler-Geschäft?

Berater Top News von Detlef Pohl

Makler klammern sich in der von Run-offs gebeutelten Lebensversicherung an die etwas breiter aufgestellte Betriebsrente. Umsatz und Courtageeinnahmen sind gestiegen, wie eine neue Untersuchung zeigt. Makler nennen auch ihre Top-Anbieter.

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Lieber den Spatz auf der Hand, als die Taube auf dem Dach... lässt sich das auch über das bAV-Geschäft der Makler sagen? pixabay / Free-Photos

Das Geschäft mit der betrieblichen Altersversorgung (bAV) bleibt trotz der Anfang 2018 in Kraft getretenen Reform ein wichtiges Standbein für Vermittler. Laut der Studie „Asscompact Award – Betriebliche Altersversorgung 2018" wird die Bedeutung sogar noch zunehmen. Die Studie stammt von der der BBG Betriebsberatungs GmbH in Zusammenarbeit mit der IVV Institut für Versicherungsvertrieb Beratungsgesellschaft mbH. 308 Makler und Mehrfachagenten haben sich daran beteiligt.

Ergebnis: 27,4 Prozent ihres aktuellen Geschäftsumsatzes entfallen auf die bAV, gaben die befragten freien Vermittler an. In fünf Jahren erwarten sie eine leichte Steigerung auf 27,9 Prozent. Damit ist die bAV derzeit der größte Umsatzbringer, gefolgt vom Geschäftsfeld Privatvorsorge/Biometrie (20,6 Prozent), privater Schaden- und Unfallversicherung (18,4 Prozent) und gewerblicher Schaden- und Unfallversicherung (14,3 Prozent).

Viele Makler setzen auf die Betriebsrente

Im Vergleich zu Vergangenheit und Zukunft räumen 55,8 Prozent der Befragten der bAV heute eine „große bis sehr große Rolle für ihr Unternehmen“ ein. Vor fünf Jahren spielte die bAV nur in 46.4 Prozent der Unternehmen eine dominierende Rolle. In fünf Jahren schätzen 68,4 Prozent der Makler und Mehrfachagenten, dass die bAV eine große bis sehr große Rolle für ihren Vermittlerbetrieb spielt.

Die vermittelte Gesamt-Beitragssumme der befragten Vermittlerbetriebe im bAV-Geschäft betrug 2017 laut Studie im Schnitt 1,42 Millionen Euro. Für 2018 werden im Schnitt knapp 1,6 Millionen Euro Beitragssumme erwartet. Knapp 40 Prozent der Befragten bleibt jedoch im Schnitt unter 500.000 Euro Beitragssumme in der bAV. Die Courtageeinnahmen kommen dabei zu knapp 80 Prozent aus Direktversicherungen, gefolgt von Unterstützungskassen (12 Prozent). Mit großen Abgeschlagen sind Pensionskassen (3,4 Prozent), Direktzusagen (2,8 Prozent) und Pensionsfonds (1,5 Prozent). Knapp die Hälfte verzeichnete damit viel bessere bzw. eher bessere Courtageeinnahmen als 2016.

Zahlreiche Herausforderungen nicht nur bei Nahles-Rente

Größte Herausforderung im bAV-Geschäft ist die konsequente Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit der bAV für Arbeitgebersagen 68,2 Prozent der befragten unabhängigen Vermittler. Gleich danach kommt die Bewältigung der Niedrigzinspolitik, meinen 52,2 Prozent (Mehrfachnennungen erlaubt). Auch die Beratung von Personalabteilungen zur effizienten bAV-Verwaltung ist ein kritischer Punkt, sagen 44,9 Prozent. Weitere Herausforderungen seien die Transparenz der Haftungsproblematik, weiter sinkende Courtagen und die Unklarheiten beim Sozialpartnermodell („Nahles-Rente“), dem keine großen Vertriebschancen eingeräumt werden – siehe Grafik.

Die Studie nennt aus Maklersicht auch die Top-Anbieter einiger Durchführungswege. Bei der Direktversicherung ist es unangefochten die Allianz, gefolgt von Alte Leipziger und Canada Life. Bei der U-Kasse dominiert die Allianz in der Maklergunst vor Nürnberger und Canada Life. Die Studie kann hier für 2.677,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bezogen werden.

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