Altersvorsorgepflicht für Selbstständige kommt

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Finanzberater könnten für Kunden ab dem Ruhestand viel mehr tun, offenbarte der Bundeskongress Ruhestandsplanung in Berlin. Politiker und Experten diskutierten Rezepte gegen Altersarmut. Selbstständige werden dazu künftig in die Pflicht genommen.

Politiker und Finanzexperten auf dem Bundeskongress Ruhestandsplanung stritten über Rezepte zu besserer Altersversorgung: v.l.n.r. Pascal Kober, Max Straubinger, Moderator Klaus-Dieter Rommeiß und Peter Härtling. Bild: Pohl

Der Bundesverband Der Ruhestandsplaner Deutschland e.V. (BDRD) hat auf seinem Bundeskongress vor allem die Zielgruppe 60+ in den Blickpunkt gerückt. Offenbar lassen viele Berater ihre Kunden komplett aus den Augen, wenn die ihren Ruhestand erreicht haben und die Altersversorgung Stück für Stück konsumieren können.

„Die Menschen leben dann aber nicht selten noch 30 Jahre und benötigen viele Jahre fachlichen Rat“, so BDRD-Präsident Peter Härtling. Daher sieht er in der Ruhestandsplanung ein Beratungsfeld mit viel Zukunft. Stichworte seien beispielsweise flexibler Übergang vom Berufsleben in die Rente, demografischer Wandel, Erben und Schenken, Online-Rentenkonto, Entsparen im Alter sowie Rezepte gegen Altersarmut.

Portables Investmentkonto statt Rentenpolice?

All dies spiegelte sich im Programm wider. Die Ruhestandsplanung sei ein weitgehend vernachlässigtes Beratungsfeld von Versicherungsmaklern (34d-Zulassung) und Finanzanlagevermittlern (34f-Zulassung). Das müsste sich dringend ändern. Zudem sei das einseitige Kaprizieren auf Lebensversicherungen bei der staatlichen Förderung angesichts hoher Produkt- und Verwaltungskosten der falsche Weg, meint Härtling.

In der abschließenden Diskussionsrunde „Alterssicherung versus Altersarmut – welche Lösungsansätze sollte die Politik Sicht favorisieren?“ schlug der BDRD-Präsident als Alternative ein portables Investmentkonto in der zweiten Vorsorgeschicht vor, auf das erst ab Rentenbeginn zugegriffen werden darf.

Direkte Resonanz erntete er darauf nicht, obwohl BDRD-Bundesgeschäftsführer Klaus-Dieter Rommeiß als Moderator dazu nachfragte. „Es ist in jedem Fall mehr Transparenz für die Bürger beim zu erwartenden Alterseinkommen nötig“, antwortete Pascal Kober (FDP), Obmann des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales, zumindest indirekt. Max Straubinger (CSU), Mitglied des desselben Ausschusses, präferierte dagegen klar Versicherungslösungen.

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