Altersvorsorge: Kommt eine säulenübergreifende Renteninformation?

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Eine Renteninformation soll Ansprüche aus allen Säulen der Altersvorsorge auflisten. Bisher sind Informationen nur zersplittert zu haben, asynchron und offline. Die gesetzliche Rentenversicherung geht nun mit einem Vorschlag in die Offensive.

Jedes Jahr verschickt die Deutsche Rentenversicherung 42 Millionen Renteninformationen. Wann eine alle Säulen umfassenden Information kommt, ließ Reinhold Thiede von der DRV Bund offen. Bild: Pohl

„Eine säulenübergreifende Vorsorgeinformation kommt frühestens 2019 und dann vermutlich nur in einem ersten Teilschritt.“ Mit diesen Worten dämpfte Dr. Reinhold Thiede, Leiter des Geschäftsbereichs Forschung und Entwicklung der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund), die Hoffnung auf eine schnelle Lösung eines heiß diskutierten Themas.

Zur Erinnerung: Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung für die Legislaturperiode bis 2021 steht: „Wir werden eine säulenübergreifende Renteninformation einführen, mit der Bürgerinnen und Bürger über ihre individuelle Absicherung im Alter Informationen aus allen drei Säulen erhalten und möglichen Handlungsbedarf erkennen können. Die säulenübergreifende Renteninformation soll unter Aufsicht des Bundes stehen.“

Wie Thiede auf einer Fachtagung gestern vor Journalisten in Berlin berichtete, bringt die DRV ihr Know-how verstärkt seit 2014 im Ausschuss „Alterssicherung“ der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und Gestaltung (GVG) ein. Dort seien alle Träger der ersten und zweiten Vorsorgeschicht, Lebensversicherer und Beamtenversorger vertreten.

Kein Schnellschuss bei Renteninformation zu erwarten

„Um vollständige, verständliche, verlässliche und vergleichbare Informationen hinzubekommen, bedarf es noch zahlreicher Anstrengungen und Gesetzesänderungen“, betonte Thiede. Zudem dürfe sie „nicht hinter die durch die gesetzliche Renteninformation gesetzten Standards zurückfallen“. Wichtige offene Fragen: Wie sollten die Werte aus den unterschiedlichen Systemen ausgewiesen werden, so dass sie für die Versicherten nutzbar sind? Dynamik der Leistungen? Brutto- oder Netto-Werte? Nominale oder reale Werte?

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