Allianz: Der lange Marsch nach China

Versicherungen von Michael Fiedler

Während die Regierungen von China und Deutschland noch beraten, baut Allianz das eigene China-Geschäft aus. Wie der Versicherer dabei vorgehen will und welche Rolle Immobilien dabei spielen.

China Allianz Asset Immobilien

Chinas Aufschwung verändert das Stadtbild von Peking. Nun hat Allianz eine eigene Immobilie in der chinesischen Hauptstadt. Bild: pixabay / christels

Chinas Wirtschaft befindet sich in einer gewaltigen Aufschwungphase. Nach einem zwischenzeitigen Abflachen der Konjunktur startete der seit 2013 amtierende neue Präsident Chinas Xi Jinping einen Transformationsprozess, der unter anderem Schuldenabbau, Bekämpfung der Korruption, Nachhaltigkeit, Vorrang des Umweltschutzes, Förderung der Landbevölkerung und Subventionsabbau vorsieht.

„Xi's Programm ruht fest auf einem starken China“, sagt Greg Kuhnert, Portfoliomanager bei Investec Asset Management. Der Staatspräsident sei an einem starken Militär ebenso interessiert, wie an einem wohlhabenden Land, so Kuhnert weiter. Diesen Interessen sind alle Entscheidungen der Staatsführung in Peking untergeordnet, was Kapitalanleger durchaus honorieren. Aber auch Xi’s Eintreten für den Freihandel wird von den Märkten positiv aufgenommen. Sowohl der chinesische Aktienindex CSI 300 als auch der chinesische Immobilienmarkt haben seitdem positiv darauf reagiert.

Allianz will vom Aufschwung profitieren

Zu den institutionellen Anlegern, die von diesem Aufschwung profitieren wollen, gehört auch die Allianz. 2017 legte die Allianz gemeinsam mit TH Real Estate einen geschlossenen Fonds auf, der einen Schwerpunkt auf Premium-Outlet-Centern in China hat, darunter z.B. das das Florentia Village in Shanghai.

Nun hat die Allianz auch ihre erste eigene Immobilie in Peking erworben. Es handelt sich dabei um „ZLink“, einem Bürokomplex im Stadtteil Zhongguancun. Mieter des ZLink sind hauptsächlich Technologieunternehmen wie Baidu, dem „chinesischen Google“. Auch dies ist ein Merkmal des Transformationsprozesses, den Xi anstrebt, und der einen Wandel von der Montanindustrie zu IT und Verbrauchertechnologie bedeutet. Der Erwerb der Immobilie passt hervorragend in die globale Ausrichtung des Münchner Versicherers: “Der Kauf von ‚ZLink‘ ist der nächste Schritt in unserer Strategie, mit unseren Investments dem nachhaltigen Wachstum der New Economy in China zu folgen. Dieses Wachstum wird von Innovationen, neuen Technologien und der Digitalisierung angetrieben“, sagt Rushabh Desai, CEO Asia Pacific der Allianz Real Estate.

Der Versicherer hofft nun, dass Xi’s Politik des Aufschwungs weiter Erfolg haben wird: „In den vergangenen fünf Jahren sind die Mieten im Zhongguancun Software Park stark angestiegen“, sagt Rushabh Desai und hofft seitdem sowohl auf weiter steigende Renditen als nach weiteren Kaufgelegenheiten: „Im Rahmen ihrer Strategie zur Diversifizierung sucht die Allianz nach Möglichkeiten, um ein Portfolio von Gewerbe- und Logistik-Assets in China auf Basis von institutionellen Anlagen aufzubauen“, so Desai weiter. Bleibt nur zu hoffen, dass die Allianz angesichts weiter steigender Immobilienpreisen überhaupt noch ein weiteres Mal zum Zuge kommen kann.

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