W&W: Sanierer Bischof übernimmt Vorstand

Versicherungen von Michael Fiedler

Generationenwechsel: Thomas Bischof (43) wird wie geplant Vorstandsvorsitzender der Württembergische Versicherung AG und der Württembergische Lebensversicherung AG. Welche Einschnitte geplant sind und welche Ziele erreicht werden sollen.

Thomas Bischof Vorstand Leben Württembergische Sach

Neuer Vorsitzender der Vorstände bei Württembergische Sach und Leben: Thomas Bischof Bild: Württembergische

Wie bereits vor knapp einem Jahr vermeldet, übernimmt Thomas Bischof (43) zum 01. Juli 2018 den Vorsitz im Vorstand der Württembergische Versicherung AG und der Württembergische Lebensversicherung AG. Er tritt damit die Nachfolge von Norbert Heinen (63) an, der die beiden Ämter seit 2010 innehielt. Heinen bleibt allerdings dem Vorstand der Leben-Sparte erhalten und wird dort eine „bedeutende Rolle“ einnehmen, teilte der Versicherer mit.
Jürgen A. Junker, Vorstandsvorsitzender der W&W AG und Aufsichtsratschef der beiden Versicherungen, dankte Heinen für dessen sehr erfolgreiche Arbeit. Er habe den Versicherer in einer Phase historisch niedriger Zinsen und zunehmender Regulierung „gut für die Zukunft aufgestellt“, so Junker. Den eingeschlagenen Weg werde Thomas Bischof forcieren.

Neuausrichtung = Stellenabbau?

„Forcieren“ heißt in diesem Fall: Es werden Stellen geschaffen und abgebaut. Betroffen sind insbesondere die 160 Vollzeitstellen, die im Innendienst für WüBa Sach und Leben den Vertrieb unterstützen. 60 Stellen sollen in diesem Bereich wegfallen. Neu hinzukommen werden 25 Vollzeitstellen, deren Aufgaben im Bereich Datenanalyse und Wettbewerbsauswertung liegen werden. Der Versicherer geht insgesamt von einem echten Abbau von rund 30 Mitarbeitern aus. Dieser Abbau wird mit Hilfe von Altersvorsorgelösungen (z.B. Altersteilzeit) und durch interne Wechsel abgedeckt, so die Württembergische auf procontra-Nachfrage. Betriebsbedingte Kündigungen wird des nach Auskunft der Württembergischen nicht geben.

Ziel: Mehr Zeit beim Kunden

Von der Neuausrichtung verspricht sich Bischof u.a. eine Entlastung für Versicherungsvermittler. Aus Sicht von Bischof verbringen die Vermittler zu viel Zeit damit, ihre Termin vor- und nachzubereiten; hinzu kommen Pflichtweiterbildungen und teilweise interne Schulungen. Der Arbeitszeitanteil, der tatsächlich auf Beratung des Kunden entfällt, liege nur bei 25 Prozent. Das soll sich laut Bischof ändern. Angestrebt ist ein Anteil von 35 vom 40 Prozent.

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