Vergleichsportale kontern Linken-Kritik

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Versicherungsvergleichsportale werden viel genutzt, müssen aber auch viel Kritik aushalten, zuletzt von den Linken. Nach Check24 äußern sich auch Verivox und Finanzen.de zu den Vorwürfen unklarer Tarifranglisten und zu hoher Provisionen.

Nach Check24 äußern sich auch Verivox und Finanzen.de gegenüber procontra zu den kritischen Nachfragen der Linken.

Nach Check24 äußern sich auch Verivox und Finanzen.de gegenüber procontra zu den kritischen Nachfragen der Linken. Bild: WikiImages/Pixabay

In Bezug auf die Geschäftsmodelle von Vergleichsportalen für Versicherungstarife hatte kürzlich die Bundestagsfraktion der Partei „Die LINKE“ eine Reihe kritischer Fragen an die Bundesregierung gerichtet. Unter anderem ging es dabei um die fachliche Qualität, mit der die Online-Vergleichsrechner die Tarife auswählen, die zu den Bedürfnissen der Kunden passen. Aber auch das angebliche Unwissen der Kunden über die Finanzierung der Portale sowie der Einfluss von Provisionen auf die Neutralität der Ranglisten wurden thematisiert.

Die meisten Vergleichsportale agieren als Versicherungsmakler. Als größter Vertreter dieser Zunft stand Check24-Chef Christoph Röttele procontra bereits Rede und Antwort zu den kritischen Fragen der Linken. Nun haben sich mit Verivox und Finanzen.de zwei weitere Anbieter auf procontra-Nachfrage geäußert.

Beide lehnen die Auffassung der Linken entschieden ab, dass die Bevölkerung nicht über die werbe- und provisionsbasierte Finanzierung der Portale Bescheid wisse. Eine Studie hatte kürzlich ergeben, dass nur 13 Prozent der Nutzer darüber unwissend seien. Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH, ergänzt dazu: „Professor Thomas Knieper, Universität Passau, hat in unserem Auftrag Internetnutzer befragt, wie Vergleichsportale sich finanzieren sollten. Werbung und Provisionen akzeptierten die Verbraucher am ehesten. Einer Finanzierung aus öffentlichen Mitteln standen sie ablehnend gegenüber.“

„Verbraucher suchen einen günstigen Tarif“

Dem Vorwurf, die als Vergleichsergebnis erscheinenden Tarifranglisten seien nicht nachvollziehbar, begegnet Vivien Zmuda, Director Online Sales der finanzen.de AG, mit Unverständnis: „All unsere Tarifvergleiche weisen die gleiche Logik auf: Die Interessenten erhalten eine Rangliste, in der die verfügbaren Tarife nach Preis sortiert sind. Das ist eine sehr einfache Logik, die schlichtweg der Nachfrage am Markt entgegenkommt. Die Verbraucher suchen einen günstigen Tarif, daher zeigen wir ihnen die Angebote mit dem niedrigsten Preis zuerst an.“

Der Preis ist auch bei Verivox voreingestelltes Kriterium. Dieses sei am einfachsten nachvollziehbar, so die Begründung. Diese könne der Nutzer aber jederzeit anpassen und sich eine Rangliste nach der besten Leistung sortiert anzeigen lassen. Wichtig dabei: Will ein Nutzer zum Beispiel private Haftpflichttarife mit Absicherung bei beruflichem Schlüsselverlust vergleichen, werden ihm auch nur solche angezeigt. Er läuft also nicht Gefahr, weiter unten in der Rangliste Tarife ohne diese Leistung vorzufinden.

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