Rente: Deutsche wollen mehr Geld im Alter

Berater von Michael Fiedler

Trotz Rentenerhöhungen nimmt die Unzufriedenheit der Rentner zu und Berufstätige fürchten kaum etwas mehr als den Ruhestand. Denn Rentner sein in Deutschland bedeutet einen Verlust an Lebensqualität. Vertrauen auf die Handlungsfähigkeit der Politik ist indes kaum noch vorhanden, zeigt der Axa Deutschland Report 2018.

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Rentner sollten mehr Geld bekommen, das finden 70 Prozent der Bevölkerung. Bild: pixabay / Alexas_Fotos

Von einem Aufschrei spricht Axa-Vorstand Dr. Patrick Dahmen bei der Vorstellung des aktuellen Deutschland Reports. Die Bevölkerung drängt auf eine Verbesserung der Situation im Ruhestand – dieser Ruf nach Veränderung gehe quer durch alle Generationen, so Dahmen. Besonders groß empfindet die Babyboomer-Generation die Kluft zwischen den finanziellen Möglichkeiten im Berufsleben und im Ruhestand.

Babyboomer: Rentenfrust besonders groß

80 Prozent der heute 55- bis 64-Jährigen plädieren für höhere Ruhestandseinkommen. Über alle Alters- und Einkommensgruppen hinweg fordern bundesweit sieben von zehn Befragten (70 Prozent) mehr Geld für Rentner. Das zeigt der Axa Deutschland Report, für den im April 2018 in allen 16 Bundesländern Er-werbstätige und Personen im Ruhestand befragt wurden.

Altersvorsorge: Kein Vertrauen in Politik

Die Ergebnisse zeigen: Bei den künftigen Rentnern der Babyboomer sitzt der Rentenfrust besonders tief. So erwarten fast sechs von zehn Personen dieser Altersgruppe (56 Prozent) im Ruhestand eine verschlechterte Lebensqualität, fast niemand eine Verbesserung (2 Prozent). Beinahe zwei Drittel unter ihnen (63 Prozent) macht das Thema Altersvorsorge heute mehr Angst als früher. Und mehr als drei Viertel (78 Prozent) stimmen der Aussage zu, "das Vertrauen in die Politik beim Thema Altersvorsorge verloren zu haben."

Angst vor Altersarmut nimmt zu

Unter den Erwerbstätigen nimmt die Angst vor Altersarmut zu. Während vor zwei Jahren noch 32 Prozent angaben, dass ihre größte Sorge mit Blick auf das Alter der Gefahr, zu verarmen gilt, waren es in diesem Jahr 39 Prozent. Nur die Sorge vor Erkrankungen ist damit im Hinblick auf den Ruhestand in Deutschland noch größer (60 Prozent).

Auskömmliche Rente wichtiger als Bildung?

Aus Sicht der Bevölkerung ist es wichtigstes Ziel der Politik, für mehr Geld im Ruhestand zu sorgen. 70 Prozent aller Befragten sagen das aus. Andere staatliche Aufgaben wie etwa eine verbesserte Gesundheitsversorgung (52 Prozent), bessere Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten (51 Prozent) sowie mehr Wohnraum (40 Prozent) folgen mit Abstand.

Dass die Unzufriedenheit trotz zweier deutlicher Rentenerhöhungen zugenommen hat, erklärt Axa-Vorstand Dahmen mit der finanziellen „Fallhöhe“ zwischen dem Berufs- und Rentner-Leben in Deutschland.

Zur Studie

Die Befragung wurde in Kooperation mit dem Institut YouGov Deutschland im April 2018 durchgeführt. Insgesamt wurden 3.368 Interviews repräsentativ in allen 16 Bundesländern mit Erwerbstätigen und Personen im Ruhestand durchgeführt. Die Ergebnisse wurden zudem bevölkerungsrepräsentativ gesamtgewichtet, um auch bundesweite Aussagen ableiten zu können.

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