Provisionsdeckel: „Schmutziger Deal“ befürchtet

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Auch beim Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) betrachtet man die Diskussion um einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung von Beginn an kritisch. Auf procontra-Nachfrage betonte nun BVK-Präsident Michael H. Heinz:

„Wir finden, dass die jetzt wieder anhebende Diskussion um einen gesetzlichen Provisionsdeckel völlig in die falsche Richtung geht. Denn die Vermittler haben seit 2014 nachgewiesenermaßen, dem Zeitpunkt der Einführung des LVRG, schon deutliche Provisionseinschnitte sowie die Verlängerung der Stornohaftungszeit hinnehmen müssen.“

Der BVK regt vielmehr an, bei den Verwaltungskosten der Versicherungsunternehmen anzusetzen und dort spürbare Kosteneinsparungen zu erzielen. Heinz: „Die Versicherungsunternehmen müssen jetzt etwas für ihre Kunden tun und sich an der Senkung der Kosten beteiligen, beispielsweise indem sie ihre Verwaltungs- und Marketingkosten senken, ihr Produktportfolio verschlanken und ihren Tarifdschungel lichten. Oder auch Ihre teure Zusammenarbeit mit Strukturvertrieben und Vergleichsportalen überprüfen.“

Wenn, dann ein „atmender Provisionsdeckel“

Heinz weiter: „Hier sollten die BaFin und der Gesetzgeber ansetzen, statt bei den persönlichen Ansprechpartnern der Kunden. Bei allen Überlegungen die Abschlusskosten zu senken fordern wir, dass ein gerechter Interessenausgleich zwischen Versicherungsunternehmen und Versicherungsvermittlern gewährleistet bleibt. Wenn trotz dem allem über eine Provisionsbegrenzung diskutiert wird, würden wir für die BaFin-Lösung eines ‚atmenden‘ Provisionsdeckels optieren, weil sie zumindest gewisse flexible Limitierungen zulässt. Diese müssten jedoch zeitlich begrenzt sein, zum Beispiel solange die Niedrigzinsphase existiert.“

Beim BVK zeigt man sich entschlossen: „Einen gesetzlichen Provisionsdeckel, wie er jetzt unter dem Eindruck des LVRG-Evaluierungsberichtes diskutiert wird, lehnen wir also entschieden als einen unverhältnismäßigen ordnungspolitischen Eingriff in die Vergütung unseres Berufsstands und unserer Privatautonomie ab.“

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