LV-Provisionsdeckel wird immer wahrscheinlicher

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Die Regierung plant die Einführung eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung. Das berichtet eine große Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Pläne für das Modell liegen bereits auf dem Tisch. Wann es konkret werden soll.

Eine Deckelung der Abschlussprovisionen in der Lebensversicherung wird immer wahrscheinlicher. Vermittler fürchten hohe Umsatzeinbußen, nicht wenigen könnte die Geschäftsaufgabe drohen.

Eine Deckelung der Abschlussprovisionen in der Lebensversicherung wird immer wahrscheinlicher. Vermittler fürchten hohe Umsatzeinbußen, nicht wenigen könnte die Geschäftsaufgabe drohen. Bild: falco/Pixabay

Anscheinend hat die Bundesregierung mittlerweile die feste Absicht, einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung einzuführen. Von diesem Vorhaben berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Regierungskreise. Eine offizielle Bestätigung steht allerdings noch aus.

Dem Medienbericht zufolge sollen sich politische Insider zudem am Montagabend wie folgt geäußert haben: „Die Kosten sind seit Einführung des Lebensversicherungsreformgesetzes vor vier Jahren nur leicht gesunken. Das ist ungenügend.“ Details werden im zweiten Halbjahr erwartet.

Alles schon in trockenen Tüchern?

Zwar handelt es sich dabei noch um eine inoffizielle Information, wirklich angezweifelt wird diese aber nicht. Zahlreiche Medien haben die Meldung bereits aufgegriffen, Dementi gibt es keine. Genauso verhielt es sich, als bereits Anfang April Meldungen über die konkrete Ausgestaltung eines Provisionsdeckels die Runde machten. Demnach hatte Dr. Frank Grund, Versicherungs-Chefaufseher der BaFin, vorgeschlagen, die Abschlussprovisionen bei Lebensversicherungen auf 25 Promille zu beschränken. Weitere 15 Promille könnten Vermittler durch die Erfüllung bestimmter Qualitätskriterien erhalten, beispielsweise bei einer niedrigen Storno- oder Beschwerdequote. Wie sinnvoll eine Betrachtung dieser Kriterien wäre, darüber gingen die Meinungen in der Branche bereits weit auseinander.

Noch in diesem Jahr soll das LVRG überprüft und wahrscheinlich auch angepasst werden. Dass im Zuge dessen auch ein (weiterer) Provisionsdeckel für die Vermittlung von Lebensversicherungen eingeführt werden könnte, wurde schon im Frühjahr 2017 bekannt. Durch die Einführung des Provisionsdeckels werden bei Vermittlern Provisionseinbußen von rund 50 Prozent befürchtet. Die ohnehin schon stark rückläufigen Vermittlerzahlen könnten sich dadurch noch einmal beschleunigen. Es ist die Rede davon, dass bis zu 30 Prozent der Versicherungsmakler dadurch in den nächsten drei Jahren ihr Geschäft aufgeben müssten. Andere Stimmen sehen in einem Provisionsdeckel auch die Chance, dass sich die Nachfrage nach Lebensversicherungen wieder steigert.

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