Kleinlein: „Provisionsdeckel ist überfällig“

Berater Top News von Michael Fiedler

Der geplante Provisionsdeckel bei Lebensversicherungen wird vom Bund der Versicherten (BdV) begrüßt. Doch die Evaluierung blende die Beteiligung an den Bewertungsreserven gezielt aus, beschwert sich Axel Kleinlein.

Lebensversicherung Kleinlein Zinszusatzreserve

Axel Kleinlein sorgt sich um die Belange der Versicherten. Bild: Bund der Versicherten (BdV).

Im Entwurf zur Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) werden acht dringende Handlungsbedarfe identifiziert – u.a. aus den Bereichen Zinszusatzreserve, Provisionsdeckel oder Bewertungsreserve. Insgesamt stehen damit rund 60 Prozent des Lebensversicherungsreformgesetzes zur Disposition und müssen überarbeitet werden, fasst BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein fasst zusammen.

Enteignung ausgeblendet?

Dem Verbraucherschützer mit Allianz-Vergangenheit fehlt allerdings ein wesentlicher Aspekt bei der Neubewertung des LVRG. „Der Skandal ist das, was offenkundig nicht Gegenstand der Evaluation ist, nämlich eine Analyse, wie viele Milliarden Euro an Bewertungsreserven bei der Überschussbeteiligung nicht mehr eingerechnet werden“, so Kleinlein. Aus Sicht des BdV würden die Versicherten nach wie vor um ihre Vermögenswerte betrogen.

Provisionsdeckel überfällig

In Sachen Provisionsdeckel ließ der BdV verlauten, dass dieser „mehr als überfällig“ gewesen sei, um Fehlanreize zu vermeiden. „Die Branche hat es versäumt, von sich aus dem Willen des Gesetzgebers zu folgen und die Abschlusskosten zu senken. Jetzt ist es nur folgerichtig, wenn der Gesetzgeber reagiert“, so Kleinlein.

Die geplanten Anpassungen bei der Zinszusatzreserve (ZZR) begrüßte Kleinlein zwar, betonte dabei aber, dass die Belange der Versicherten hier an erster Stelle stehen müssten.
Die Belange der Verbraucher sieht Kleinlein auch unter einem anderen Gesichtspunkt tangiert: Aus Sicht des BdV treffe die Regierung mit den angestrebten Änderungen Vorbereitungen, um im Falle der Insolvenz eines Versicherers LV-Bestände auf den Notfallpool übertragen zu können. Warum sich die Regierung ausgerechnet jetzt auf das Schlimmste vorbereite, sollte sie erklären. „Zum Wohle aller Versicherten, die sich in puncto Altersvorsorge auf eine Lebensversicherung verlassen haben, sollte sich die Bundesregierung aus der Deckung wagen und endlich Tacheles reden“, forderte Kleinlein.

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