Heinz: „Göker & Co sind Gift für unsere Branche“

Berater Top News von Michael Fiedler

Wie funktioniert Versicherungsvermittlung nach IDD? Lassen sich Interessenkonflikte bei Abschlussprovisionen überhaupt vermeiden? Prof. Fred Wagner (Uni Leipzig) sprach darüber mit BVK-Präsident Michael Heinz.

Fred Wagner Michael Heinz Versicherungsvertrieb

Prof. Fred Wagner (links) und BVK-Präsident Michael Heinz beim Handschlag. Bild: Insurance TV

Niedrigzins, Regulierung, Bedrängnis von Verbraucherschützern und die zunehmende Konkurrenz durch digitalen Vertrieb... ist die persönliche Vermittlung von Versicherungen ein „Run-off-Modell“, fragte Prof. Fred Wagner (Uni Leipzig) Michael Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Das sieht Heinz selbstredend anders und hält die persönliche Versicherungsvermittlung für einen zukunftsfähigen Beruf. Es werde in Zukunft weniger Vermittler geben und die Aufgaben werden sich ändern. Richtig sei aber, dass der Beruf derzeit nicht attraktiv sei, so Heinz. Grund dafür seien Verwerfungen, für die die Versicherer verantwortlich seien. Heinz spielte damit einerseits auf die Provisionsexzesse bei Mehmet Göker, als auch den HMI-Ausflug nach Budapest an. „Göker und Co sind Gift für unsere Branche“, so der BVK-Präsident. Denn das Fehlverhalten von Versicherern werde von den Kunden auch den Vermittlern zugerechnet.
Heinz verwies darauf, dass der vom GDV favorisierte Beratungsverzicht im Online-Vertrieb wohl zu genau solchen Verwerfungen geführt hätte. Das habe der BVK erfolgreich verhindern können. Es sei das erste Mal in seiner 14-jährigen Laufbahn als Verbandsvorsitzender gewesen, dass sich der BVK gegen den GDV durchsetzen konnte.

Hoffnungen auf eine Verbesserung des Branchenimages verbindet Heinz auch mit der Umsetzung der „Insurance Distribution Directive“ (IDD). Durch das neue Produktfreigabeverfahren würden sich – zumindest auf dem Papier – Verbesserungen für Kunden ergeben. Der Unsitte von Versicherern, Produkte zu entwickeln, die der Kunde eigentlich nicht braucht, würde so ein Riegel vorgeschoben. „Solche Produkte wurden mit fragwürdigen Methoden verkauft“, sagte Heinz. Er meinte Umsatzvorgaben und Zielvereinbarungen mit denen Versicherer gegenüber dem gebundenen Vertrieb enormen Druck aufgebaut hätten. Das sei nun vorbei. Bei vielen Versicherern habe diesbezüglich ein Umdenken eingesetzt, beobachtete Heinz.

Das Interview in voller Länge

 

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