Gothaer trennt sich von ihrem Polen-Geschäft

Versicherungen von Florian Burghardt

Während andere Versicherer in Osteuropa wachsen wollen, zieht sich der Gothaer Konzern aus diesem Markt zurück – trotz zuletzt starken Wachstums. Der Kölner Versicherer hat andere Prioritäten.

Rückzug aus dem polnischen Versicherungsmarkt: Bei der Gothaer will man sich in Zukunft mehr auf das Kerngeschäft in Deutschland konzentrieren.

Rückzug aus dem polnischen Versicherungsmarkt: Bei der Gothaer will man sich in Zukunft mehr auf das Kerngeschäft in Deutschland konzentrieren. Bild: Gothaer

Während sich die Allianz aktuell darum bemüht, in Osteuropa zu wachsen, zieht sich die Gothaer aus eben diesem Markt zurück. Der Versicherer hat gestern seine polnische Tochter Gothaer Towarzystwo Ubezpiecze? (Gothaer TU) an die österreichische Vienna Insurance Group verkauft. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der lokalen Behörden.

Zwar habe die Polen-Tochter, laut dem Gothaer Konzern-Chef Dr. Karsten Eichmann, in den acht Jahren seit der Übernahme durch den deutschen Versicherer eine beeindruckende Entwicklung vollzogen und ihre Beitragseinnahmen um 30 Prozent erhöht. Dennoch betonte Eichmann: „Im Rahmen der Umsetzung unserer Strategie Gothaer 2020 werden wir uns jetzt stärker auf unser Kerngeschäft in Deutschland fokussieren.“

Die Gothaer TU mit Sitz in Warschau verfügt in Polen über sechs Zweigniederlassungen und vertreibt ihre Nicht-Lebensversicherungsprodukte vorwiegend über Makler und Agenten. Im vergangenen Jahr standen Prämieneinnahmen von rund 150 Millionen Euro zu Buche. Im Bestand befinden sich etwa zwei Millionen Versicherungsverträge von 632.000 Kunden. Derzeit sind 530 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Der Gothaer Konzern setzt bei seiner Strategie 2020 vor allem auf die Digitalisierung des Geschäftsmodells. Beim Verkauf der Polen-Tochter wurde die Gothaer von Unicredit beraten, die mit der Allianz zukünftig den Bankenvertrieb von Versicherungsprodukten in Osteuropa vorantreiben will.

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