Generali: Wohin wechseln 4 Millionen Leben-Policen?

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Interne Abwicklung oder doch externer Run-off? Insider-Informationen zufolge kommt das Tauziehen um die Zukunft der Generali Lebensversicherung zu einem Ende. Laut Medienberichten ist man sich mit einem Käufer einig.

Gehen in der Generali Leben bald die Lichter aus? Medienberichten zufolge hat man sich gegen eine interne Abwicklung und für den Verkauf an den Run-off-Spezialisten Viridium entschieden.

Gehen in der Generali Leben bald die Lichter aus? Medienberichten zufolge hat man sich gegen eine interne Abwicklung und für den Verkauf an den Run-off-Spezialisten Viridium entschieden. Bild: Generali

Die Generali und die auf Run-offs spezialisierte Viridium Gruppe seien sich einig geworden. Viridium würde einen Großteil der rund 4,2 Millionen Verträge der deutschen Generali Lebensversicherung kaufen. Über die Einzelheiten würden beide Unternehmen derzeit mit der Finanzaufsicht BaFin verhandeln. Das berichten Versicherungsmonitor (VM) und Süddeutsche Zeitung (SZ) unter Berufung auf Insider-Informationen. Generali und Viridium wollten die Berichte auf procontra-Nachfrage nicht kommentieren. 

Über den Verkauf der für das Neugeschäft geschlossenen Generali Leben wird in der Branche seit Langem spekuliert. Ein Sprecher des Unternehmens sagte im März gegenüber procontra, dass man weiterhin einen internen Run-off und den Verkauf an eine erfahrene, spezialisierte Abwicklungsplattform gegeneinander abwäge. Im Rennen waren damals auch noch die Frankfurter Leben-Gruppe und die Athene Lebensversicherung. Als möglicher Kaufpreis wurde mehrfach eine Milliarde US-Dollar erwähnt.

Ärger vorprogrammiert?

In den Berichten von VM und SZ heißt es weiter, dass die Generali eine Minderheitsbeteiligung von 20 Prozent behalten will. Sollte der Versicherer seinen Bestand nicht selbst abwickeln oder zumindest die Mehrheit behalten, dürfte das noch für einige interne Unstimmigkeiten sorgen. Denn für die Varianten „intern“ oder „Mehrheit“ hatten im procontra-Interview auch die Betriebsratsvorsitzenden der Generali plädiert. Andernfalls befürchten sie einen Schaden für die Marke Generali und ihre Vertriebe, der nicht kalkulierbar sei. Die Ergo hatte im vergangenen Jahr ihre Verkaufspläne auch aufgrund von Mitarbeiterprotesten und öffentlicher Kritik niedergelegt.

Die Generali Deutschland befindet sich weiter im Umbau. Auch wenn er vielfach kritisiert wird, könnte ein Verkauf der Leben-Bestände das Unternehmen finanziell entlasten. Die hohen Garantieverpflichtungen aus den Altverträgen und die anhaltende Niedrigzinsphase haben die Generali Leben bereits zu einer deutlichen Absenkung der Verzinsung für ihre Kunden sowie zu Beitragserhöhungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung gezwungen. Zudem hatte das Unternehmen bereits im Herbst letzten Jahres erklärt, dass alle seine Ausschließlichkeitsvermittler zur DVAG wechseln werden. Doch auch dabei lief nicht alles glatt.

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