Geldmarktfonds: Keine Chance auf Rendite

Investmentfonds Top News von Rainer Kreuzer

Für Privatanleger waren sie lange eine beliebte Alternative zum Sparkonto. Doch das ist vorbei. Jetzt taugen Geldmarktfonds gerade noch als Cash-Parkplatz für Institutionelle.

Geldmarkt Rendite Investment Fonds

Keine Chance auf Rendite mit Geldmarktfonds? Bild: pixabay / TheAndrasBarta

Es waren rosige Zeiten für Anleger. Auch für risikoscheue, die keinen Aktiencrash erleiden wollten. Täglich stiegen die Notierungen der Fondsanteile um ein paar Pfennig nach oben. Nach unten fielen sie nie. Am Jahresende hatte sich ganz entspannt ein solider Gewinn angesammelt, der über dem eines Sparkontos lag. 1994 war das Jahr, in dem der Gesetzgeber die Gattung der Geldmarktfonds auch für Privatanleger freigab.

Und schon im selben Jahr verwalteten die deutschen Geldmarktfonds nach den Zahlen des Deutschen Fondsverbands BVI umgerechnet rund 25 Milliarden Euro. Mit dem Platzen der Dotcom-Blase wurden sie noch beliebter. Bis 2007 wuchs das verwaltete Vermögen auf über 100 Milliarden Euro an. Die Kursnotierungen stiegen stetig weiter nach oben.

Geldmarktfonds: Früher bei Privatanlegern gefragt

Dann kam die Finanzkrise, und plötzlich hagelte es Verluste: unerwartete 1, 2, 3 Prozent oder mehr waren keine Seltenheit. Seitdem ist der Zauber verflogen. Das verwaltete Volumen sackte bis Ende 2016 auf nur noch zehn Milliarden Euro zusammen. „Es hat eine Umschichtung auf Investorenseite stattgefunden“, beobachtet Holger Kindsgrab, Co-Head Rates EMEA bei der DWS. „Geldmarktfonds waren früher überwiegend von Privatanlegern gefragt. Jetzt sind es mehrheitlich institutionelle Investoren.“ Und die nähmen sogar Verluste in Kauf, denn „Geldmarktfonds bieten immer noch bessere Konditionen als Bankguthaben“, meint Fondsmanager Kindsgrab. Schließlich liege der Einlagenzinssatz bei der EZB inzwischen bei minus 0,4 Prozent.

Seite 1: Geldmarktfonds: Früher bei Privatanlegern gefragt
Seite 2: Am Tropf der EZB

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare