DAV: Renteninformation muss Übersicht bieten

Berater von Michael Fiedler

Einzig kollektives Sparen sichert nachhaltige Altersvorsorge, so Roland Weber, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV). Wo die Aktuare Vorteile der Lebensversicherung sehen. Zudem plädieren die Aktuare für eine säulenübergreifende Renteninformation.

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Der DAV-Vorstand: Dr. Wilhelm Schneemeier, Roland Weber und Dr. Guido Bader (v.l.n.r.). Bild: DAV

In Berlin findet derzeit der Weltkongress der Aktuare (ICA 2018) statt. Eines der wichtigsten Themen, die von den Versicherungsmathematikern besprochen wurden, ist Altersvorsorge und Planungssicherheit im Ruhestand. Aus Sicht der Aktuare dominieren Renditeerwartungen die öffentliche Debatte – dabei werden die Vorzüge kollektiver Sparprozesse viel zu oft vernachlässigt, kritisierte DAV-Vorstand Roland Weber. Er betonte die Vorteile einer Lebensversicherung:

  • Garantierte lebenslange Leistungen
  • Absicherung von Versorgungsberechtigten
  • Trend zur steigenden Lebenserwartung wird berücksichtigt

„Darüber hinaus profitierten die Versicherungsnehmer von Vererbungseffekten im Kollektiv und durch die gesamthafte Kapitalanlage würden zusätzliche Puffer gebildet, die für eine höhere Effizienz und Effektivität der Rentenprodukte sorgten“, so die DAV.

Aktuare für säulenübergreifende Renteninformation

Als weiteres Problem identifizierten die Aktuare fehlende Übersichtlichkeit bei den Leistungen in der Rentenphase: „Bisher wissen viele Bürger nur, was sie monatlich zur Seite legen, haben aber keinen gesamthaften Überblick über ihre künftigen Rentenzahlungen“, so Weber. Die DAV unterstütze deshalb die Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, eine säulenübergreifende Renteninformation herauszugeben. In Großbritannien, den Niederlanden oder Schweden ist so etwas üblich. Die Bürger erhalten dort verlässliche Informationen über ihre Rentenansprüche sowohl aus der gesetzlichen als auch der betrieblichen und privaten Rentenversicherung. „Mit diesem Fundament an Wissen können viel qualifiziertere Entscheidungen für die Altersvorsorge getroffen werden, um potenzielle Versorgungslücken zu schließen“, ist sich Weber sicher. Denn nur mit einem Nebeneinander von umlagefinanzierter gesetzlicher Rente und kollektiver kapitalgedeckter Altersvorsorge sei der demografische Wandel sowie die anhaltende Tiefzinsphase zu meistern.

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