Check24: „Provisionen haben keinen Einfluss“

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Die „Linke“ kritisiert die provisionsbasierten Geschäftsmodelle von Versicherungs-Vergleichsportalen und zweifelt die Neutralität der Tarif-Ranglisten an. Ob die Kritik berechtigt ist, fragte procontra Check24-Chef Christoph Röttele.

Christoph Röttele, CEO und Sprecher der Geschäftsführung von Check24.

Christoph Röttele, CEO und Sprecher der Geschäftsführung von Check24. Bild: Check24

procontra: Die Linken behaupten, dass die Verbraucher meist nicht wissen, dass die Vergleichsportale für abgeschlossene Verträge Provisionen erhalten. Ist das zutreffend? Falls Nein, können Sie das belegen?

Christoph Röttele: Die Behauptung, Verbraucher wüssten meist nicht, wie sich Vergleichsportale finanzieren, ist absolut unzutreffend. Nach einer repräsentativen Umfrage der WIK-Consult vom April 2018 kennen 87 Prozent der Nutzer das Geschäftsmodell von Vergleichsportalen und wissen, dass diese Provisionen erhalten und/oder mit Werbung Geld verdienen. Nur drei Prozent der Nutzer glauben, dass Vergleichsportale gemeinnützig arbeiten.    

procontra: Mit Bezug auf die Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen vom Februar 2017 wird in der Anfrage kritisiert, dass die nach den Eingaben erscheinenden Tarif-Ranglisten nicht nachvollziehbar seien. Wie erklären Sie sich diesen Vorwurf und auf Basis welcher Logik kommen Ihre Ranglisten zustande?

Röttele: Das Ranking der Ergebnisse erfolgt streng nach mathematischen Regeln – sortiert wird ausschließlich nach dem Preis. Darüber hinaus haben Kunden die Möglichkeit, die Sortierung individuell anzupassen, zum Beispiel nach Leistungsmerkmalen, Kundenbewertungen und Tarifnoten.

Provisionen haben keinen Einfluss auf das Vergleichsranking. Zu diesem Ergebnis kam auch die Verbraucherzentrale Bundesverband selbst: ‚Es ist nicht feststellbar, dass die Provisionen das Ranking beeinflussen. Dafür habe die Analyse keinerlei Anzeichen ergeben‘, wurde Lars Gatschke, Versicherungsexperte beim VZBV, am 31. Mai 2017 in der Süddeutschen Zeitung zitiert.    

procontra: Es wird kritisiert, dass Vergleichsportale bestimmte Tarife bewerben oder bevorzugt positionieren. Inwiefern ist das noch mit dem Anspruch vereinbar, für jeden Kunden das am besten passende Angebot zu finden?

Röttele: Die Kritik ist falsch. Die Darstellung der Ergebnisse erfolgt streng nach mathematischen Regeln. Der Tarif mit dem günstigsten Preis steht immer an erster Stelle. Soweit sich aus der Ergebnisliste eine Empfehlung für das beste Preis-Leistungsverhältnis oder den besten Leistungsumfang ergibt, weisen wir über dem Vergleichsergebnis eine beratende Empfehlung für den Kunden aus. Damit kommen wir auch hier unserer Maklerpflicht nach. Die Empfehlung kann natürlich nicht von einem Anbieter gekauft werden.  

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