Bewertungsreserven: BGH lässt Kunden weiter auf höhere Beteiligung hoffen

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Der BdV klagt vor dem Bundesgerichtshof für eine höhere Beteiligung der Kunden an den stillen Reserven der Lebensversicherer. Schuld sei das LVRG. Eine Police der zur Ergo gehörenden Victoria Lebensversicherung könnte nun die Wende bringen.

Die endgültige Entscheidung des Bundesgerichtshofs in Sachen Bewertungsreserven wird am 27. Juni erwartet.

Die endgültige Entscheidung des Bundesgerichtshofs in Sachen Bewertungsreserven wird am 27. Juni erwartet. Bild: BGH

Heute standen sich vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe der Bund der Versicherten e. V. (BdV) und die zur Ergo Group gehörende Victoria Lebensversicherung gegenüber (Az. IV ZR 201/17). Bei dem Prozess geht es um die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven von Lebensversicherungsverträgen. Der BdV hält die gängige Praxis seit Einführung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) für ungerecht.

Die Verbraucherschützer vertreten in dem Verfahren einen Victoria-Kunden. Kurz vor Inkrafttreten des LVRG hatte ihm der Versicherer bei Vertragsende unter Vorbehalt eine Beteiligung an den Bewertungsreserven in Höhe von 2821,35 Euro in Aussicht gestellt. Tatsächlich bekam er wenig später nur 148,95 Euro.

Knackpunkt LVRG

Bis zur Einführung des LVRG im Jahr 2014 wurden Kunden zur Hälfte an den Bewertungsreserven (Differenz aus dem damaligen Kauf- und aktuellen Marktwert von festverzinslichen Papieren) beteiligt. Seit knapp vier Jahren berufen sich die Lebensversicherer nun auf die Gesetzesreform, wenn sie große Teile der Bewertungsreserven zum Ausgleich der Garantiezinsen von Altverträgen verwenden und die Kunden deshalb weniger daran beteiligt werden.

Der BGH könnte nun mit seiner höchstrichterlichen Entscheidung die gängige Praxis in der Versicherungsbranche verändern.

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