Betrug: Krankenkasse wehrt sich gegen Vorwürfe

Versicherungen von Michael Fiedler

Abrechnungsbetrug: 400 Millionen Euro soll allein die Barmer GEK zu viel aus dem Gesundheitsfonds bezogen haben, berichtet die „Bild am Sonntag“. Worauf sich der Verdacht stützt und wie die Krankenkasse reagiert.

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Soll zu Unrecht Leistungen aus dem Gesundheitsfonds bezogen haben: Barmer GEK. Bild: Barmer GEK

Wie die „Bild am Sonntag“ berichtet, soll die Barmer GEK durch Manipulation von Abrechnungen bis zu 400 Millionen Euro mehr aus dem Gesundheitsfonds erhalten haben, als der Kasse eigentlich zustünden.
Die Zeitung beruft sich dabei auf vertrauliche Akten der Berliner Staatsanwaltschaft. Diese hatte Ermittlungen Vorstände der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin und zwei Mitarbeiter der Barmer eingeleitet und Anfang März auch die Zentrale der Barmer in Wuppertal durchsucht.
Laut BamS habe die Barmer allein in Berlin 250.000 Euro an Kassenärztliche Vereinigung überwiesen. Laut Berechnungen des Bundesversicherungsamtes seien daraufhin 20 Millionen Euro mehr aus dem Gesundheitsfonds an die Barmer geflossen. Bundesweit, so die Zeitung, könne der Schaden 400 Millionen Euro betragen. Denn auch mit neun weiteren Kassenärztlichen Vereinigungen soll die Barmer zusammengearbeitet haben, um nachträglich Diagnosen zu ändern.

Barmer: Vorwürfe zurückgewiesen

Die Barmer GEK bestreitet die Vorwürfe. Noch am Sonntag verwies Barmer-Sprecher Athanasios Drougias den Bericht der BamS ins „Reich der Fabeln“. Zwar habe es eine Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft gegeben, räumte die Kasse ein. Doch dabei sei es um die sachgerechte Erfassung chronisch Kranker gegangen. „Offensichtliche Dokumentationsfehler“ hätten mit der Ärzteschaft geklärt werden müssen. Schließlich sei die Kasse verpflichtet, Abrechnungen auf ihre Plausibilität zu prüfen. „Wir arbeiten eng und vertrauensvoll mit der Ermittlungsbehörde zusammen, um die Vorwürfe lückenlos zu entkräften“, so die Barmer GEK.

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