BaFin: Provisionsdeckel trifft Makler am härtesten

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Die BaFin schlägt einen Provisionsdeckel vor und sorgt für aufgeheizte Stimmung bei Vermittlern. Auf der Digisurance 2018 bot sich Gelegenheit, bei BaFin-Direktor Dr. Frank Grund nachzufragen.

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Dr. Frank Grund stellte sich auf der Digisurance in Berlin den Fragen von procontra. Bild: BaFin

procontra: Sie haben die neuen Pläne der BaFin damit begründet, dass Fehlanreize verhindert werden sollen. Das ist doch bereits im GDV-Verhaltenskodex niedergelegt. Warum dann nochmal?

Dr. Frank Grund: Als im Februar 2018 die IDD eingeführt wurde, sollten auch Fehlanreize vermieden werden. Aber wie will man das kontrollieren? Gibt es dafür Regularien? Nein, gibt es nicht. Wir hielten es deshalb für sinnvoll eine gewisse Guidance in den Markt zu bringen.

procontra: Der Versicherer ist doch verpflichtet, die Einhaltung des Kodex von Wirtschaftsprüfern kontrollieren zu lassen. Insofern gab es da schon eine Instanz, meinen Sie nicht?

Grund: Den Kodex gab es ja schon vor der IDD. Dass die Anforderungen der IDD umgesetzt werden, kann der Verhaltenskodex nicht sicherstellen.

procontra: Sie meinen also es gab Fehlanreize trotz des GDV-Kodex?

Grund: Ich kann nicht ausschließen, dass es Produktverkäufe gab, weil bei einem Versicherer höhere Provisionen gezahlt wurden, als bei einem anderen Versicherer.

procontra: Was meinen Sie, welcher Vertriebsweg am stärksten von einem Provisionsdeckel betroffen wäre?

Grund: Ich glaube, die Ausschließlichkeit wäre am wenigsten betroffen.

procontra: Im Umkehrschluss wären Makler, die ja Sachwalter ihrer Kunden sind, am stärksten betroffen. Ist das denn im Sinne des Verbraucherschutzes?

Grund: Das LVRG verfolgte das Ziel, mit einer Reduzierung der Zillmerung ein Absinken der Abschlussprovisionen zu erreichen. Das ist aus meiner Sicht nicht in hinreichendem Umfang eingetreten. Bei der Novellierung des LVRG wird es sicher Gesprächsbedarf geben.

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