Axa: Lebenslang zu lang… Harte Kündigungs-Aktion

Berater Top News von Uwe Schmidt-Kasparek

Ärger droht Kunden und Vermittlern der Axa-Versicherung. Die Unfall-Kombirente (UKR) hat das Unternehmen jetzt eingestellt und gleichzeitig wird 17.500 Kunden eine Änderungskündigung „angeboten“.

Axa, Kündigung, Unfall, Sachversicherung

Die Axa verabschiedet sich im Unfallbereich von mehreren tausend Verträgen. Bild: pixabay / geralt

Betroffene Axa-Kunden können in die Existenzschutzversicherung (ESV) umsteigen. Grund der Aktion: Die lebenslange Rente, die mit der UKR geboten wird, ist im Niedrigzinsmarkt zu teuer geworden. Zudem ist die Lebenserwartung gestiegen. Das führt ebenso dazu, dass Schadenfälle teurer werden. Zudem enthält die UKR im Schadenfall eine Dynamik von 1,5 Prozent.

Eine Synopse der beiden Produkte zeigt, dass die ESV leistungsschwächer ist. Das gilt aber nicht nur für die begrenzte Leistungsdauer bis zum 67. Lebensjahr. Sondern auch für andere Konditionen. Zwar gelten für die Umstiegs-Aktion Sonderpreise. Doch die ESV ist teurer als die UKR – sogar erheblich, wie eine Musterrechnung zeigt. Den Kunden bleibt eigentlich keine Wahl. Sie müssen umsteigen, wollen sie ihren Schutz nicht verlieren. Viel Beratungskompetenz und Fingerspitzengefühl ist hier angesagt.

Ombudsmann: Aktion ist rechtens

Trotzdem dürfte die öffentlich gewordene Aktion ordentlichen Ärger für Vermittler mitbringen. Zwar ist es legitim auf Basis der Sachversicherung kalkulierte Verträge zu kündigen, soweit der Versicherer nicht auf dieses Recht verzichtet hat. Doch gefühlt ist der Rückzug aus der lebenslangen Rente ein Vertrauensverlust.

Nicht alle Kunden sind von der Aktion betroffen. Laut Versicherungsombudsmann, dem ehemaligen BGH-Richter Prof. Günter Hirsch, ist die Kündigung der Axa-Kunden rechtlich zulässig. Es liege auch kein Verstoß gegen die Gleichbehandlung vor, weil nur ein Teil der Kunden von der Aktion betroffen sind. Wer schon eine Rente bekommt, erhält sie, so die Axa, natürlich weiter – so lange er lebt.

Die Aktion sorgt für Unruhe im Markt. Dabei sollten Multi-Risk- und Grundfähigkeitspolicen doch als Alternative für die Berufsunfähigkeitsversicherung aufgebaut werden. Hier droht ein Imageschaden. Ob noch weitere Anbieter solche Aktionen planen oder schon praktizieren, prüft procontra derzeit. Die Ergebnisse werden im August/September-Heft von procontra veröffentlicht.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare