Systemcheck: GKV und PKV im Vergleich

Private Kranken Themenseite von Stefan Terliesner

Die Forderungen nach einer Bürgerversicherung bringt die ewig junge Debatte um das Gesundheitssystem in Deutschland wieder in die Schlagzeilen. Doch eigentlich gibt es mit gesetzlicher und privater Krankenversicherung (PKV) zwei Systeme. Wie sie funktionieren und wo sie sich unterscheiden.

GKV_PKV_Gesundheitssystem_Krankenversicherung

Vergleicht man PKV und GKV ist das wie mit Äpfeln und Birnen... wir machen das trotzdem. Bild: pixabay / Hans

Auch der Gesetzgeber gibt gerne den Türsteher. „Du kommst hier nicht rein“, ruft er Bürgern zu, die in die PKV wechseln möchten aber ein Jahresbruttoeinkommen von weniger als 59.400 Euro haben. Ein Großteil der Deutschen liegt unter dieser Schwelle und muss sich daher gesetzlich versichern. Nur für Selbständige, Freiberufler und Beamte ist der Zutritt in die PKV unabhängig vom Einkommen. Generell gilt seit dem 1. Januar 2009 für alle Bürger eine Krankenversicherungspflicht – entweder bei der GKV oder der PKV. Aktuell sind 72,6 Millionen Menschen gesetzlich versichert; davon 56,4 Millionen Beitragszahler und 16,2 Millionen beitragsfrei mitversicherte Familienangehörige. 8,8 Millionen Bürger haben eine PKV-Vollpolice. Wer die Wahl zwischen beiden Systemen hat, sollte sich die Entscheidung gut überlegen.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über wichtige Kriterien:

Kriterium     Private Krankenversicherung     Gesetzliche Krankenversicherung    
Mitgliedschaft     freiwillig durch Vertrag gesetzlich pflichtversichert, teilweise freiwillig
Prinzip Individualitätsprinzip (jeder zahlt nach seiner persönlichen Risikosituation) Solidaritätsprinzip (Junge zahlen für Alte; Reiche für Arme)
Beitragshöhe In Abhängigkeit von:

- Leistungsumfang
- Alter
- Gesundheitszustand
Höhe des Beitrags ist einkommensbezogen.

Familienmitglieder werden teilweise beitragsfrei mitversichert.
Beitragsberechnung     Beitrag wird individuell berechnet.

Kapitaldeckungsverfahren; Bildung von Rückstellungen fürs Alter und so Schutz gegen das demographische Risiko
Beitrag errechnet sich primär aus dem Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben.

Umlageverfahren; keine Bildung von Rückstellungen und somit kein Schutz gegen das demographische Risiko
Beitragsabrechnung Arzt/Krankenhaus rechnet mit dem Patienten ab, der die Rechnung zur Erstattung beim Versicherer einreicht. Arzt/Krankenhaus rechnet mit der jeweiligen Krankenkasse ab.
Arzt / Krankenhaus freie Arztwahl unter allen ambulant tätigen Ärzten / freie Krankenhauswahl freie Wahl unter allen zugelassenen Kassenärzten / Arzt bestimmt Krankenhaus per Einweisung
Psychotherapie nicht in allen Tarifen enthalten; Sitzungszahl oft begrenzt möglich bei Psychotherapeuten mit Kassenzulassung; Sitzungszahl nicht grundsätzlich begrenzt
Leistungen je nach individuell vereinbartem Tarif; vertraglich garantiert vom Gesetzgeber im fünften Sozialgesetzbuch vorgegebener Leistungskatalog; veränderbar
Leistungsabrechnung     Erstattung der entstandenen Kosten Gewährung von Sachleistungen
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