Renteninformation? Versteh` ich nicht!

Berater von Michael Fiedler

Die Renteninformation der Gesetzlichen Rentenversicherung wird ihrem Namen nicht gerecht. Jeder Fünfte hält die Renteninformation für unverständlich. Wie Beschäftigten bessere Übersicht für die Altersvorsorge gegeben werden kann.

Altersvorsorge Renteninformation

Alexander Leisten, Leiter des Deutschlandgeschäfts von Fidelity International, hält mehr Transparenz in der Altersvorsorge für dringend nötig. Bild: Fidelity

Mit der Renteninformation der Gesetzlichen Rentenversicherung können nicht alle Berufstätigen etwas anfangen. Zwar halten 65 Prozent der befragten Arbeitnehmer die Angaben in der Renteninformation für hilfreich, um die Höhe ihrer späteren Altersrente einzuschätzen. Doch jeder Fünfte (21 Prozent) kann mit der Renteninformation nicht viel anfangen, wie aktuelle Studie im Auftrag von Fidelity zeigt.

Verständliche Sprache gefordert

Das größte Problem ist offenbar die sprachliche Aufbereitung der Renteninformation. Hier fehlt es an Gestaltungswillen. Dabei ist 94 Prozent der Befragten eine verständliche Sprache wichtig oder sehr wichtig. Beispielrechnungen werden von zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten für wichtig oder sehr wichtig gehalten und mehr als jeder zweite Berufstätige (55 Prozent) findet es wichtig oder sehr wichtig, einen Online-Zugang zu einem System zu haben, das die individuellen Altersvorsorgeeinkünfte aus allen drei Säulen (gesetzliche, private und betriebliche Rente) komplett abbildet.

Doch eine solches Online-Portal gibt es genauso wenig wie eine säulenübergreifende Renteninformation. Doch genau das wäre ein sinnvoller Schritt auf dem Weg zu mehr Transparenz in der Altersvorsorge, findet Alexander Leisten, Leiter des Deutschlandgeschäfts von Fidelity International. „Jeder Arbeitnehmer muss sofort erkennen, warum es für ihn persönlich notwendig ist, vorzusorgen und welche Maßnahmen er ergreifen kann. Politik und Finanzdienstleister stehen hier gleichermaßen in der Verantwortung, an Lösungen zu arbeiten“, so Leisten.

Für Finanzdienstleister und Vermittler, die selbst Kundeninformationen zusammenstellen, bietet die Studie wertvolle Hinweise, wie die aufzubereiten sind. Der Schwerpunkt dabei sollte also auf der sprachlichen Gestaltung liegen. Wie sich Makler dem Thema annähern können und Zusatzmaterial für den Einsatz bei Mandanten, finden Makler auch auf der Onlinemesse profino.

Video: So lesen Sie die Renteninformation



Zur Studie:
Die Studie wurde im Auftrag von Fidelity International von Kantar EMNID durchgeführt. In einer repräsentativen Zufallsstichprobe wurden 1.000 berufstätige Deutsche in Privathaushalten in telefonischen Interviews (CATI-Omnibus) befragt. Die Erhebung fand zwischen dem 19. April und 30. April 2018 statt.

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