pro/contra: Braucht es einen Standard-Riester?

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Riester-Rente ist ein Erfolgsmodell

Entgegen allen Unkenrufen einiger Politiker, Verbraucherschützer und Medien, ist die Riester-Rente ein einzigartiges Erfolgsmodell. Noch nie ist in Deutschland eine geförderte Altersvorsorge eingeführt worden, die innerhalb nur weniger Jahre von rund 50 Prozent der förderfähigen Personen beantragt wurde. Seit Anfang 2018 wurde die Riester-Rente durch die Erhöhung der Grundzulage, von der gerade Personen mit niedrigeren Einkommen profitieren, und durch die Einführung eines Freibetrages auf die Anrechnung der Einkommenssicherung im Alter, weiter verbessert. Dennoch wiederholen die Kritiker in Copy&Paste-Manier, ungeachtet der Faktenlage, regelmäßig ihre substanzlosen Darstellungen und proklamieren das Scheitern der Riester-Rente. Deshalb solle diese entweder abgeschafft werden, oder mit einem Standard-Riester ein Alternative geschaffen werden, welche alle Kritikpunkte lösen soll.

Ein solcher Standard-Riester würde in vielen Bereich lediglich Probleme lösen, die gar nicht vorhanden sind. Die vertriebliche Vergütung in Form von Courtagen bzw. Provisionen, die nach Meinung einiger Kritiker die Wurzel allen Übels sei, soll dabei vermutlich in Form einer niedrigen Einmalvergütung erheblich reduziert werden. Es soll eine Art beratungsfreier Verkauf installiert werden. Dabei werden allerdings einige wichtige Aspekte übersehen.

Haid: Drei Argumente, warum Reister besser wird

  1. Ob Standard- oder das klassisches Riester-Modell – es bleibt eine Form der Altersvorsorge, die beim durchschnittlichen Deutschen nicht den Stellenwert hat, wie das neueste Smartphone oder Spiele-App. Über welchen Weg auch immer, Altersvorsorge muss in Deutschland aktiv beraten werden. Anforderungen und Bedürfnisse sind zu ermitteln, geeignete Lösungen zu identifizieren. Wie soll dieser Aufwand mit einer sehr niedrigen Einmalvergütung bezahlt werden?
  2. Auch ein Standard-Riestervertrag führt in den Folgejahren zu Beratungsbedarf. Sei es, weil sich der Familienstand, oder der Beruf geändert haben, oder weil das Einkommen, oder Bedürfnisse sich geändert haben. Wie soll diese Beratung finanziert werden, wenn es keine laufende Vergütung mehr gibt?
  3. Weiterhin wird übersehen, dass es bereits heute von immer mehr Anbietern auch im Riester-Bereich echte Nettotarife gibt. Diese enthalten weder eine Courtage / Provision, noch entsprechende Nebenkosten, die mit der Abrechnung dieser entstehen. Der Vermittler vereinbart mit seinem Kunden eine direkte Vergütung. So können beide frei entscheiden.

Einige Punkte aus den Diskussionen zu einem Standard Riester, wie z.B. die Vereinfachung des Zulagenprozesses, sind allerdings sehr sinnvoll. Hierzu muss aber kein weiteres Produkt geschaffen werden, welches den Verbraucher nur noch mehr verunsichert und verwirrt. Viel sinnvoller ist es, die bestehende Riester-Rente durch entsprechende Reformen zu optimieren.

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