P&R-Pleite: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft

Sachwerte Meistgeklickt von Martin Thaler

Die Insolvenz der P&R-Gruppe lässt derzeit 54.000 Anleger um ihr Vermögen bangen. Gegen den Containerspezialisten ermittelt nun auch die Staatsanwaltschaft. Geprüft werden könnte der Verdacht, ob ein Schneeballsystem vorlag.

Gegen P&R ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Gegen P&R ermittelt die Staatsanwaltschaft. Foto: ddzphoto - Pixabay.de

Im Fall der in die Insolvenz gerutschten Investmentgesellschaft P&R ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. „Wir prüfen seit kurzem insolvenzrechtliche aber auch umfassendere Tatbestände“, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I gegenüber der „Frankfurter Rundschau“. Hierbei handelt es sich jedoch erst einmal nur um Vorermittlungen – ob eine formelle Ermittlung aufgenommen wird, sei angesichts der Komplexität des Falles um den Container-Spezialisten noch nicht klar.  

Durch die Insolvenz der P&R-Gruppe sind insgesamt 54.000 Anleger in Deutschland betroffen, insgesamt geht es um Anlegergelder in Höhe von 3,5 Milliarden Euro.  

Nun sind angesichts eines solchen möglichen Schadenvolumens Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft nichts Ungewöhnliches – auch das Ergebnis dieser Ermittlungen steht bislang noch nicht fest.  Doch zuletzt hatte es mehrere Anzeichen gegeben, dass es bei der P&R-Gruppe zu Ungereimtheiten gekommen war. So hatten in einer ersten Bestandsaufnahme die vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé und Dr. Philipp Heinke festgehalten: „Zugleich zeigen die ersten Zahlen, dass trotz fallender Weltmarktpreise in den Jahren 2012 bis 2016, vor allem in den Jahren 2016 und 2017 Container veräußert wurden, um die Mieten zu zahlen und Rückkäufe zu tätigen, mithin die hohen Rückzahlungen in diesen Jahren an die Anleger darzustellen.“  

100.000 fehlende Container?

Viele Anleger fragten sich daraufhin, ob die Zahl der gekauften Container tatsächlich dem Bestand entspreche oder weit weniger Container als Anleger vorhanden seien.  

Weitere Nahrung erhält diese Vermutungen durch Berechnungen des Fachjournalisten Stefan Loipfinger. Dieser hegt den Verdacht, dass bis zu 100.000 gekaufte Standard-Container, die von Anlegern gekauft wurden, gar nicht existieren bzw. von P&R nicht erworben wurden – und das nur für das Jahr 2015. „Der für mich schon länger naheliegende Vorwurf des Schneeballsystems bekommt zusätzliche Nahrung, wenn nicht so viele neue Container da waren wie tatsächlich an Investoren verkauft wurden“, schlussfolgert Loipfinger. 

Möglich sind diese Ungereimtheiten auch dadurch, dass gerade einmal zehn Prozent der Anleger über ein entsprechendes Eigentumszertifikat für ihre Container verfügen. Ein solches gab es nur auf Anforderung.   Wie viele Container wirklich vorhanden sind, müssen nun die Insolvenzverwalter ermitteln, die anderweitige Berechnungen gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ nicht kommentieren wollten. Nächste Woche soll dann aber ein neuer Sachstand mitgeteilt werden.

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