Offene Immobilienfonds steigern Investitionen

Investmentfonds Top News von Michael Fiedler

Offene Immobilienfonds investieren kräftig, beobachte das Ratingunternehmen Scope. Warum die Fondsmanager investieren müssen, welche Anlageregion profitiert und welche Nutzungsart bei Immobilien besonders gefragt ist.

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Offene Immobilienfonds waren 2017 auf Einkaufstour und gaben dabei fast 50% mehr Geld aus, als im Vorjahr. Nicht ganz ohne Risiko in der derzeitigen Hochpreisphase. Bild: pixabay / Alexas_Fotos

Offene Immobilienpublikumsfonds waren 2017 auf Einkaufstour. Das ergeben Auswertungen des Ratinghauses Scope für 19 Fonds dieser Anlageklasse. Und der „Einkaufskorb“ der Fonds ist prall gefüllt:

  • 66 Gewerbeobjekte
  • 324 Wohnimmobilien
  • Investitionssumme: 9,2 Mrd. Euro

Besonders fleißige Einkäufer waren 2017 der hausInvest und der UniImmo: Europa. Beide Fonds gaben mehr als 1,5 Mrd. Euro für neue Objekte in ihren Portfolios aus. Es folgen der Deka-ImmobilienGlobal und der WestInvest InterSelect mit jeweils fast einer Milliarde Euro, so das Berliner Ratingunternehmen Scope.

Investitionsvolumen um die Hälfte gestiegen

Die Zunahme des Investitionsvolumens führen die Analysten auf die nach wie vor hohen Mittelzuflüsse zurück. Zwar limitieren viele Fonds die Annahme neuer Gelder, doch netto sind den Fonds rund 6,7 Mrd. Euro zugeflossen. Und dieses Geld muss arbeiten. Denn andernfalls steigt die Liquidität im Fonds an und das Renditeprofil der Fonds verwässert.
Dass die Fonds gerade zu hohen Investitionen „genötigt“ werden, birgt in der aktuellen Hochpreisphase allerdings auch Risiken. Sinken die Preise wieder, kann das Wertkorrekturen erforderlich machen.

Deutsche Immobilien gefragt

Bei den Anlageregionen gibt es auch Verschiebungen. So führt Deutschland vor Großbritannien die Liste der beliebtesten Investitionsstandorte (siehe Grafik) an.

2,3 Mrd. Euro flossen in deutsche Immobilien. Es folgen Großbritannien (1,7 Mrd. Euro) und USA (1,3 Mrd. Euro). Nach Einschätzung von Scope sind gestiegene Kosten für Währungsabsicherung ein wesentlicher Rückgang der US-Investments. „Der mittlerweile signifikante Zinsunterschied zwischen dem US-Dollar und dem Euro hat zu deutlich höheren Hedging-Kosten geführt. Dies macht US-Investments für Euro-Investoren aktuell unattraktiver“, heißt es dazu vom Berliner Ratinghaus.

Nutzungsart: Hotels holen auf

Noch immer dominieren Büroimmobilien bei den Nutzungsarten der gekauften Objekte (siehe Grafik II).

Doch es hat sich eine weitere feste Größe etabliert: Hotelimmobilien. Dafür gaben die Fonds 2017 1,2 Mrd. Euro aus. Oder anders formuliert: 13 Prozent des gesamten Ankaufvolumens wurden in Hotelobjekte investiert. Vor vier Jahren noch, lag dieser Anteil bei 3 Prozent.

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