Infinus: Schadenersatz wird neu verhandelt

Sachwerte von Martin Thaler

Das OLG Dresden hat Prospekte als fehlerhaft bewertet. Diese hätten Anlegern ein falsches Bild über Chancen und Risiken vermittelt. Im Prozess um Schadensersatzforderungen von Anlegern muss nun neu verhandelt werden.

Anleger können sich neue Hoffnung auf Schadenersatz machen.

Anleger können sich neue Hoffnung auf Schadenersatz machen. Foto: picture-alliance

In einigen Schadenersatzverfahren gegen die insolvente Infinus-Gruppe hat das Oberlandesgericht Dresden die Klagen einiger Anleger an das Landgericht Dresden zurückverwiesen (Az: 8 U 1630/17), 8 U 1631/17, 8 U 1629/17, 8 U 1628/17, 8 U 1618/17, 8 U 1623/17, 8 U 1636/17, 8 U 1617/17). Dieses hatte zuvor die Klagen abgewiesen.  

Das OLG Dresden kam zu der Überzeugung, dass die von der Emissionsgesellschaft verwendeten Prospekte erhebliche inhaltliche Fehler aufwiesen, „die geeignet waren, ein unzutreffendes Bild über die Chancen und Risiken der angebotenen Kapitalanlage zu vermitteln“.  

Ob die geprellten Anleger nun Aussicht auf Schadensersatz seitens der ehemals Verantwortlichen der Firmengruppe haben, muss nun das Landgericht Dresden erneut verhandeln und hierfür eine umfangreichere Beweisaufnahme durchführen.  

Von der Pleite der Infinus- bzw. Fubus-Unternehmensgruppe sind mehrere Zehntausend Anleger betroffen, die die Genussrechte und Orderschuldverschreibungen der Finanzgruppe erwarben. Ihre Verluste sollen sich auf bis zu 800 Millionen Euro summieren.  

In Dresden läuft seit einigen Jahren bereits ein Strafprozess gegen Jörg Biehl und weitere Verantwortliche des Dresdener Finanzdienstleisters. Der Vorwurf: Aufbau eines Schneeballsystems.

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