Franke und Bornberg steigt bei Getsurance aus

Digital Berater Top News von Michael Fiedler, Martin Thaler

Nach zwei Jahren trennt sich das Hannoveraner Analysehaus von seinem Anteil an Getsurance. Mit dem Rückversicherer RGA ist ein Käufer gefunden. Dieser will mit Getsurance weitere Produkte auf den Markt bringen.

Franke-und-Bornberg-Geschäftsführer Michael Franke.

Franke-und-Bornberg-Geschäftsführer Michael Franke. Foto: Stefan Neuenhausen

Das Hannoveraner Analysehaus Franke und Bornberg zieht sich aus dem Berliner InsurTech Getsurance zurück. Wie Getsurance mitteilte, verkaufen die Hannoveraner ihren Anteil von 20 Prozent an den amerikanischen Rückversicherer „Reinsurance Group of America“ (RGA), beziehungsweise deren Tochtergesellschaft „RGAx“.  

„Mit RGA haben wir den drittstärksten Lebensrückversicherer weltweit im Rücken, der über 40 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Absicherung innovativer Produkte mitbringt“, kommentierte Getsurance-Geschäftsführer Johannes Becher die Transaktion.  

Bereits vor dem RGA-Investment hatte Getsurance mit dem amerikanischen Rückversicherer bei der Produktentwicklung zusammengearbeitet. So wurde zusammen die digitale Berufsunfähigkeitsversicherung, die im Sommer vergangenen Jahres auf den Markt gekommen war, entwickelt. Diese Zusammenarbeit soll in Zukunft fortgesetzt und ausgebaut werden. So kündigte Getsurance für die Zukunft die Entwicklung einer digitalen Risikolebensversicherung sowie einer digitalen Pflegeversicherung an. Zudem wolle man ins europäische Ausland expandieren.  

Interessenkollision ist Grund für Verkauf

Franke-und-Bornberg-Geschäftsführer Michael Franke, der vor zwei Jahren 500.000 Euro investiert hatte, begründete den Verkauf gegenüber procontra mit einer Interessenkollision. So sei Getsurance zu dem Zeitpunkt des Einstiegs von Franke und Bornberg noch als Makler aktiv gewesen. „Inzwischen ist Getsurance Produktgeber. Da wir Versicherungsprodukte bewerten, wollten wir mit dem Verkauf der Anteile eine potentielle Interessenkollision mit einem unserer Geschäftsfelder (Rating) vermeiden“, so Franke.  

Wirtschaftliche Aspekte hätten indes keine Rolle gespielt. „Ohne die potentielle Interessenkollision wären wir auch weiterhin als Business Angel dabei geblieben“, erklärte Franke. Über den Verkaufspreis machten die Hannoveraner indes keine Angaben. Franke bestätigte gegenüber procontra lediglich, dass dieser über den vor zwei Jahren gezahlten 500.000 Euro lag: „Getsurance ist ein attraktives Investment.“  

Die Beteiligung von RGA am Berliner InsurTech ist ein weiteres Beispiel für einen derzeit feststellbaren Trend. Denn immer häufiger suchen etablierte Versicherer und Rückversicherer die Kooperation mit den neuen Marktteilnehmern. Laut Angaben des Maklerunternehmens Willis Towers Watson sowie des Marktforschungsunternehmens CB Insight investierten Versicherer und Rückversicherer im Jahr 2017 insgesamt rund 2,3 Milliarden Dollar weltweit in InsurTechs – das waren 36 Prozent als im Vorjahr. Deutsche InsurTech-Unternehmen sammelten 2017 74 Millionen Euro ein.

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