Ergo: Kündigungs- und Standortschutz, wenn...

Versicherungen von Michael Fiedler

Der Versicherer Ergo und die ver.di-Tarifkommission haben sich u.a. darauf geeinigt, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Nun fehlt noch die Zustimmung vom Konzernbetriebsrat. An welche Bedingungen die Vereinbarung geknüpft ist.

Markus Rieß Ergo Stellenabbau strategieprogramm

Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender der Ergo Group, meldet Erfolge. Nicht zum ersten Mal. Bild: procontra

273 Millionen Euro Gewinn konnte der Düsseldorfer Versicherer im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 verbuchen. Und hat damit die Grundlage für eine Übereinkunft mit der ver.di-Tarifkommission geschaffen. Ergo habe deutlich an Kraft und Wettbewerbsfähigkeit gewonnen – davon würden nun auch die Mitarbeiter profitieren, so Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender der Ergo Group. Rieß war es auch, der vor knapp zwei Jahren das damals neue Strategieprogramm des Versicherers vorstellte. Das sah u.a. einen umfangreichen Stellenabbau vor. Bis 2020 sollten 2.400 Vollzeitstellen gestrichen werden.

Kündigungs- und Standortschutz, wenn...

Die nun getroffene Vereinbarung, von der der Versicherer am Mittwoch berichtete, sieht vor, dass:

  • Der bereits bestehende Standortschutz für die Verwaltungsstandorte Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Mannheim und München verlängert und erweitert wird. Der Schutz soll bis Ende 2021 gelten.
  • Die Standorte der ITERGO, der Standort Nürnberg und der Makler- und Kooperationsvertrieb werden nun auch von dem Schutz bis Ende 2021 erfasst.
  • Ergo die Anzahl der Regionaldirekten der Ergo AO bis Ende 2021 nicht reduziert, sofern die Neugeschäftsziele erreicht werden.

Der Kündigungs- und Standortschutz ist laut Vereinbarung allerdings mit dem Erreichen der wirtschaftlichen Zielsetzungen des Ergo Strategieprogramms verknüpft. Ergebnis und die wesentlichen Kostenziele des Strategieprogramms müssten erfüllt werden. Tritt das ein, wird der Kündigungs- und Standortschutz für ein weiteres Jahr verlängert.

Tarifvertrag für Ergo Direkt

Tarifkommission und Versicherer verabredeten weiterhin, dass bei einem möglichen Outsourcing Schutzmaßnahmen für die betroffenen Mitarbeiter greifen. Ihr Übergang zu einem Outsourcing-Partner soll zu unveränderten Rahmenbedingungen erfolgen. Ist dies innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Übergang nicht der Fall, kann der Mitarbeiter zu Ergo zurückkehren.

Zudem verpflichtete sich der Versicherer, einen Tarifvertrag für die Beschäftigten der Ergo Direkt auszuhandeln. Weiteres Verhandlungsergebnis: Die Anzahl der Auszubildenden im Innendienst wird von 40 auf 80 verdoppelt und der Abschluss einer Übernahmeregelung verabredet.

Nun muss der Konzernbetriebsrat die Vereinbarung noch bestätigen.

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