DVAG blamiert sich auf Facebook

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„Zum Glück sind wir keine Versicherungsvertreter“, hieß es in einem Posting der DVAG, mit dem sich der Konzern auf Facebook blamierte. Worum es ging und wie die DVAG sich dazu äußerte.

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Manchmal möchte man gar nicht mehr hinsehen... wie der Versicherungsvertrieb sich selbst schadet. Screenshot Facebook / DVAG

`Wer will schon gern Versicherungsvertreter sein? Nicht einmal die DVAG selbst...` so könnte man witzeln und den Facebook-Post des Konzerns ad acta legen. Doch die Episode zeigt auch, wie sehr die Branche um das Vertrauen der Kunden kämpft – und dabei scheitert.
Doch der Reihe nach: Die aktuelle GfK-Studie „Trust in Professions 2018“ stellt fest, dass nur 23 Prozent der Befragten Versicherungsvertretern ihr Vertrauen schenken. Schlechter schneiden nur Politiker ab (14 Prozent).
Die Social Media-Abteilung der DVAG wollte sich das wohl irgendwie zu Nutze machen. Auf den Profilen etlicher Vermögensberater erschien am Dienstag ein Post mit diesem Begleittext: „Eine neue GfK-Umfrage zeigt, dass Versicherungsvertretern nur wenig Vertrauen geschenkt wird. Dabei ist Vertrauen entscheidend, gerade wenn's um Geld geht. Wir als Vermögensberater stellen dich und deine Ziele in den Mittelpunkt.“ Darunter findet sich in Großbuchstaben die Aufschrift: „Zum Glück sind wir keine Versicherungsvertreter“ (siehe Bild; Klicken zum Vergrößern).

Die DVAG also kein Versicherungsvertreter? Rollt schon die Umfirmierungswelle, die Dr. Jenssen vom BVDM (vormals VDVM) mit Blick auf den neuen Versicherungsberater vorhersagte? Oder sorgt die Übernahme der Generali-Vertreter (längst nicht aller) für Überlastung?

DVAG: „unglückliche Formulierung“

Die DVAG jedenfalls bestätigte gegenüber procontra, dass es sich um einen zentralen Facebook-Post handelte, bei dem DVAG-Vermögensberater individuell entscheiden können, ob sie ihn verwenden. „Natürlich sind wir Versicherungsvertreter. Es sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass unsere Vermögensberatung über die Vermittlung von Versicherungsprodukten hinausgeht“, so die DVAG auf procontra-Nachfrage. Die Formulierung sei unglücklich gewesen, weshalb innerhalb weniger Stunden die Löschung veranlasst wurde. Der Post ist dennoch teilweise noch auffindbar (zuletzt geprüft: 09. Mai 2018, 14:00 Uhr). Die DVAG will nach und nach auswerten, wer den Post verwendet hat und dann die Löschung einleiten.

Ob diese „unglückliche Formulierung“ weitere Folgen haben wird, ist noch unklar. Sicher dürfte hingegen sein, dass mit solchen Postings kein Kundenvertrauen gewonnen wird. Das Abo auf einen der hinteren Plätze beim Kundenansehen bleibt Versicherungsvermittlern erstmal erhalten. Und auch innerhalb der Branche sorgt DVAG damit nur für Unverständnis. Zumal erst kürzlich im Rahmen der Generali-Übernahme Fehler bei der Kundenkommunikation eingeräumt werden mussten.

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