Die Bundesländer mit dem höchsten Einbruchsrisiko

Versicherungen von Florian Burghardt

Nach jahrelang gestiegenen Zahlen wird in Deutschland wieder weniger eingebrochen. Woran das liegen könnte und in welchen Bundesländern das Risiko weiterhin hoch ist, zeigen aktuelle Statistiken des GDV.

Im Jahr 2017 ging die Anzahl der versicherten Einbrüche in allen Bundesländern zurück. Die Diskrepanz ist aber weiterhin sehr groß.

Im Jahr 2017 ging die Anzahl der versicherten Einbrüche in allen Bundesländern zurück. Die Diskrepanz ist aber weiterhin sehr groß. Bild: procontra-Grafik/GDV

Die Anzahl der versicherten Wohnungseinbrüche ist zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen. Nachdem den Hausratversicherern im Jahr 2016 noch 140.000 Einbruchschäden gemeldet wurden, waren es im vergangenen Jahr nur noch rund 120.000. Diese Zahlen hat der GDV heute unter Bezug auf die polizeilichen Kriminalstatistiken der Bundesländer veröffentlicht. In der Statistik enthalten sind auch Einbrüche in Keller, Dachböden und Hauswirtschaftsräume.

Verhältnismäßig noch deutlicher als die Anzahl der Einbrüche (rund 15 Prozent) gingen die dafür notwendigen Versicherungsleistungen zurück. Von 470 Millionen Euro sanken diese um rund 23 Prozent auf 360 Millionen Euro im Jahr 2017.

Das könnte auch daran liegen, dass laut GDV-Angaben fast 45 Prozent aller Einbruchsversuche abgebrochen werden, weil die Täter nicht schnell genug ins Haus kommen. In der Folge entstehen „nur“ Zerstörungsschäden, es wird aber nichts Teures mitgenommen. Das Scheitern vieler Einbruchsversuche ist unter anderem auf die gestiegene Nachfrage nach Gebäudesicherheitstechnik sowie nach staatlichen Fördermitteln für diese zurückzuführen.

Bremer leben gefährlich

Die Postleitzahl des zu versichernden Objekts fließt nicht umsonst in die Beitragsberechnung für die Hausratversicherung mit ein. In manchen Gebieten Deutschlands ist das Einbruchrisiko einfach größer als in anderen. Dass es zwischen den Großstädten enorme Unterschiede gibt, hatte bereits eine andere Untersuchung ergeben.

Auch bei den aktuellen Zahlen zeigen sich wieder deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern, was das Risiko anbelangt, Opfer eines Einbruchs zu werden. So wurde im flächenmäßig größten Bundesland Bayern im vergangenen Jahr 6.045 Mal eingebrochen – ein Rückgang um 19,1 Prozent gegenüber 2016. Im Schnitt kommt damit eine Tat auf 1.000 Haushalte.

Anders im kleinen Bremen. Trotz eines Rückgangs der versicherten Einbrüche um 15,4 Prozent kommen dort auf 1.000 Haushalte immer noch 7,3 Einbrüche. Generell konnten in fast allen Bundesländern deutliche Rückgänge verzeichnet werden. Nur in Thüringen blieben die Werte gegenüber 2016 fast unverändert.

Trotz der statistischen Entwicklungen mahnt GDV-Präsident Wolfgang Weiler zur Vorsicht: „Die vermeintliche Trendwende beim Thema Einbruch ist aber eine Illusion. Damit wir nicht wieder einen Anstieg wie vor zehn Jahren sehen, sind weiterhin alle Anstrengungen notwendig.“ Er appelliert an eine Anpassung der Bauvorschriften, um Bauherren den systematischen und flächendeckenden Einbau moderner Sicherheitstechnik zu erleichtern. „Zusammen mit einer intensiven Strafverfolgung und Aufklärung könnte dies die grundsätzlich positive Entwicklung der Einbruchzahlen fortschreiben“, so Weiler.

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