Bausparen gegen Zinsanstieg?!

Sachwerte Top News von Alexandra Jegers

Hohe Gebühren, mickrige Zinsen: Bausparverträge haben ein mieses Image. Trotzdem kann sich der Abschluss für angehende Hausbauer bald wieder lohnen – falls die Bauzinsen weiter steigen.

Foto: 4 PM production

Der Bausparvertrag galt lange als Zeit als Königsweg zum Traumhaus. Mit der Niedrigzinspolitik der Notenbanken hat sich das geändert. Fast alle Bausparkassen haben die Guthabenverzinsung ihrer Verträge mittlerweile auf ein optisches Minimum reduziert. Die meisten Anbieter zahlen nur noch Zinsen von gerade einmal 0,1 Prozent pro Jahr. Damit holen Sparer nicht einmal die Abschlusskosten für den Vertrag rein. Ein klassischer Immobilienkredit ist heute oft die bessere Wahl.

Hinzu kommt ein Imageproblem. In den vergangenen vier Jahren haben Anbieter rund eine Viertelmillion alte, gut verzinste Bausparverträge gekündigt. Einige Bausparkassen forderten hohe Nachzahlungen, verweigerten die Zahlung von Bonuszinsen oder erhöhten die Kontoführungsgebühr. Das kam bei den Kunden gar nicht gut an. Viele fühlten sich geprellt und klagten. Im vergangenen Jahr erklärte der Bundesgerichtshof die Praxis der Bausparkassen allerdings für rechtens. Die Anbieter dürfen Verträge kündigen, die seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif sind, bei denen Kunden also genügend Geld angespart haben, um ein Darlehen zu erhalten.

Renaissance bei Zinsanstieg

Trotz all dieser Probleme könnte das Prinzip Bausparen bald eine Renaissance erleben, sagt Bernd Schatz, Spezialist für Baufinanzierung beim Finanzdienstleister Dr. Klein. Der große Pluspunkt des Bausparens: Der Zinssatz für das Darlehen steht mit Unterzeichnung des Vertrages fest, auch wenn der Sparer den Kredit erst in einigen Jahren abruft. „Ein Bausparvertrag ist damit quasi eine Versicherung gegen steigende Zinsen“, sagt Schatz. Wer also davon ausgeht, dass die Bauzinsen in einigen Jahren deutlich höher liegen werden als heute, kann sich mit einem Bausparvertrag die aktuellen Konditionen für die Immobilienfinanzierung sichern.

Anders gesagt: Ein Bausparvertrag lohnt sich, wenn die Bauzinsen bis zum Zuteilungstermin tatsächlich spürbar steigen – und wenn Kunden das angesparte Geld wirklich für den Bau oder Kauf eines Eigenheims verwenden. Denn als Geldanlage sind Bausparverträge wegen der niedrigen Zinsen auf das angesparte Kapital mittlerweile ungeeignet.

 

Tatsächlich deutet sich bei den Bauzinsen nach jahrelanger Stagnation allmählich eine Trendwende an. Bereits Ende vergangenen Jahres haben sie leicht angezogen. Derzeit zahlen Hausbauer und Immobilienkäufer für ein Baudarlehen im Durchschnitt rund 1,5 Prozent Zinsen, zeigt das aktuelle Interhyp-Trendbarometer.

Den kompletten Beitrag mit weiteren Hintergründen lesen Sie in der kommenden Ausgabe der procontra (Erscheinung am 8.6.)

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