Allianz: Mehr Einfachheit, mehr Kundenzufriedenheit, mehr Abschlüsse

Versicherungen von Martin Thaler

Die Allianz will das Sachgeschäft stark vereinfachen. Hierzu sollen auch die verschiedenen Ländergesellschaften stärker zentralisiert werden.

Die Allianz will Prozesse und Produkte weiter konsequent vereinfachen.

Die Allianz will Prozesse und Produkte weiter konsequent vereinfachen. Foto: Allianz

Allianz-Chef Oliver Bäte macht Druck beim Umbau des Sachgeschäfts. „Wir werden 2018 und in den Folgejahren die Sachversicherung zukunftssicher machen“, erklärte der 53-Jährige auf der Hauptversammlung des Konzerns an diesem Mittwoch.  

Im Vordergrund dieses Vorhaben soll dabei der Grundsatz Einfachheit stehen. Gemeint ist damit die Rodung des Tarifdschungels, so dass am Ende nur noch wenige Tarife im Regal stehen. Den Startschuss dieser Vereinfachungsoffensive hatte der Versicherer bereits im vergangenen Oktober mit seinen Kfz-Versicherungen abgegeben, Hier stehen Kunden nun nur noch drei Varianten zur Verfügung. Das Ziel: schnelle und einfache Abschlüsse.  

„Die Straußeneier des Wettbewerbs sind Produktivität, Einfachheit und Innovationen“, sagte Bäte auch mit Hinblick auf neue Wettbewerber, seien es „weltumspannende Plattformbetreiber mit atemberaubenden Größenvorteilen“ (eine Anspielung auf Beispielsweise Amazon) aber auch neue InsurTechs. Diese neuen Wettbewerber setzten konsequent auf Einfachheit, Produktivität und Kundenzufriedenheit. „Da müssen wir nicht nur mithalten, da müssen wir führend sein“, formulierte Bäte das Ziel für den Versicherungsriesen.  

Als positives Beispiel hob Bäte das spanische Geschäft hervor – hier bieten die Münchener in der Kfz-Versicherung nur noch zwei Tarife an, in anderen Ländern sind es hingegen mehrere Dutzend. Dies soll sich laut Bäte in Zukunft ändern – auch indem die Prozesse, Produkte und Systeme länderübergreifend zentralisiert werden. In diesem Rahmen soll auch das Direktgeschäft des Unternehmens europaweit gebündelt werden. Verantwortlich für diese Transformationsprozesse soll in Zukunft Ivan de la Sota sein, der neu in den Vorstand berufen wurde.  

 

Mit der Vereinfachungs-Doktrin verspricht sich der Versicherer nicht nur ein Plus bei den Abschlüssen, sondern auch eine erhöhte Produktivität sowie eine höhere Kundenzufriedenheit. Eine Erhebung des Versicherers zeige dann auch, dass mit einer Vereinfachung des Produktangebots nicht nur die Kostenquote sinke, sondern im gleichen Zusammenhang auch die Kundenzufriedenheit steige. „Und diese treibt bekanntlich das Wachstum an“, erläuterte Bäte und verwies auf die Bereitschaft der Kunden, für einfache, intuitive Produkte einen höheren Preis zu zahlen als für komplexe Produkte.

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