Allianz-Chef liebäugelt mit Fusionen

Versicherungen von Martin Thaler

Die Allianz kommt bei der Suche nach Übernahmekandidaten nicht voran. Nun brachte Unternehmens-Chef Oliver Bäte eine andere Idee ins Spiel.

Allianz-Chef Oliver Bäte brachte in einem Interview eine "Fusion unter Gleichen" ins Gespräch.

Allianz-Chef Oliver Bäte brachte in einem Interview eine "Fusion unter Gleichen" ins Gespräch. Foto: Allianz

„Wer nicht wächst, stirbt“ – diese Losung hatte vor gut einem Jahr Allianz-Chef Oliver Bäte formuliert und damit verdeutlicht, dass der Münchener Versicherer auf Zukäufe setzt. Die Suche nach geeigneten Unternehmen erweist sich bislang aber als schwierig.  

Nun brachte Allianz-Chef Oliver Bäte in einem Interview mit der „Financial Times“ eine „Fusion unter Gleichen“ ins Spiel – als Möglichkeit, um die derzeit hohen Kosten, die für Versicherungskonzerne derzeit aufgerufen werden, zu umgehen. „Wir haben entschieden, dass wir noch kein so attraktives Objekt gefunden haben, dass wir guten Gewissens eine Menge Geld dafür ausgeben würden“, erklärte Bäte die bislang vergeblichen Übernahmebemühungen des deutschen Marktführers.  

In der Vergangenheit war die Allianz unter anderem mit der Generali sowie dem australischen Versicherer QBE in Verbindung gebracht worden. Zeitungsberichten zufolge galt auch der Industrieversicherer XL Gatlin mit Sitz in Bermuda als für die Allianz interessanter Übernahmekandidat. Diesen schnappte sich dann aber die Konkurrenz von der Axa – zu einem Preis von 15,3 Milliarden Dollar (ungefähr 12,4 Milliarden Euro).  

Keine feindlichen Übernahmen

Das bedeutete, dass die Axa einen Aufschlag von 33 Prozent zum XL-Börsenkurs zahlte. Eine Größenordnung, die Bäte als „ziemlich verrückt“ bezeichnete. Gegenüber der Financial Times betonte der Allianz-Chef, mit solchen Angeboten seinen Ruf bei den Investoren, vorsichtig mit deren Geld umzugehen, nicht aufs Spiel setzen wolle.  

Damit eine „Fusion unter Gleichen“ stattfinden kann, braucht die Allianz einen willigen Partner. Hier schränkte Bäte gleich ein: „Allerdings müssen große Unternehmen zu Fusionen bereit sein, und wir haben nicht viele davon gefunden“. Eine feindliche Übernahme, beispielsweise der Zurich, schloss Bäte erneut aus.  

Derweil hat die Allianz bekannt gegeben, sich von ihren Anteilen an der portugiesischen BPI-Bank in Höhe von 8,4 Prozent trennen zu wollen. Die spanische Caixabank erklärte sich bereit, 178 Millionen Euro für den Allianz-Anteil zu zahlen.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare