Wie die Deutschen ihre Milliarden vernichten

Investmentfonds von Florian Burghardt

Die deutschen Haushalte verfügen bald über 6.000 Milliarden Euro. Was sie mit ihrem Geld machen, offenbaren zwei Studien. So viel vorab: Bei Zins und Rendite gibt es einigen Verbesserungsbedarf.

7,1 Milliarden Euro Kapitalverlust allein im ersten Quartal 2018. Angesichts solcher Zahlen liegt beim Sparverhalten der Deutschen der Gedanke des "Geldverbrennens" nahe.

7,1 Milliarden Euro Kapitalverlust allein im ersten Quartal 2018. Angesichts solcher Zahlen liegt beim Sparverhalten der Deutschen der Gedanke des "Geldverbrennens" nahe. Bild: WolfBlur/Pixabay

Die privaten deutschen Haushalte werden immer reicher. Ihr Vermögen belief sich zum Jahresende 2017 auf 5.857 Milliarden Euro. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Jahr 2016 um knapp 5 Prozent, wie die Deutsche Bundesbank in einer statistischen Erhebung mitteilt. Ihrer Analyse nach hielt dabei „die Präferenz der privaten Haushalte für liquide oder als risikoarm empfundene Anlagen weiter an“.

Dass die Bundesbürger ihr Geld gerne sicher aufgehoben wissen, zeigt auch eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Kantar TNS im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen (VPB). Die meisten der über 2.000 befragten Bundesbürger ab 14 Jahren benannten das Girokonto als ihre liebste Form der Geldanlage (42 Prozent). Den einen Prozentpunkt, den das Girokonto hinzugewann, verlor das Sparbuch gegenüber dem Vorjahr und liegt damit nur noch auf Rang zwei (41 Prozent). Die weiteren Plätze:

  • Bausparvertrag (29 Prozent; Vorjahr: 34 Prozent)          
  • Renten- und Kapitallebensversicherungen (29 Prozent; Vorjahr: 32 Prozent)         
  • Tagesgeld/Festgeld/Termingeld (23 Prozent; unverändert)         
  • Immobilien (23 Prozent; Vorjahr: 26 Prozent)        
  • Investmentfonds (21 Prozent; Vorjahr: 20 Prozent)          
  • Riester-Rente (19 Prozent; Vorjahr: 20 Prozent)          
  • Aktien (13 Prozent; Vorjahr: 15 Prozent)          
  • Festverzinsliche Wertpapiere (6 Prozent; unverändert)

Eine Auswertung der comdirect Bank hatte kürzlich ergeben, dass die Liebe der Deutschen zu meist schlecht verzinsten Geldanlagen jeden Bundesbürger allein im ersten Quartal 2018 durch die Inflation 86 Euro gekostet hat (insgesamt 7,1 Milliarden Euro). Auch andere Studien haben bereits auf den Geldverlust durch Sicherheitswahn hingewiesen.

Kein Geld für die Zukunft?

Diese Entwicklung dürfte noch befeuern, dass die Deutschen wieder hauptsächlich für den Konsum und langfristige Anschaffungen sparen (60 Prozent; Mehrfachnennungen möglich), für die vor allem Liquidität wichtig ist. Das geht aus der Frühjahrsumfrage hervor, die unter identischen Bedingungen ebenfalls von Kantar TNS und VPB durchgeführt wurde. Gegenüber der Erhebung im Herbst 2017 konnte das Sparmotiv Konsum damit 9 Prozentpunkte zulegen.

Auf Platz zwei verdrängt hat es damit das Sparmotiv Altersvorsorge (unverändert 51 Prozent). Es folgen:

  • Wohneigentum (37 Prozent; zuvor 41 Prozent)          
  • Kapitalanlage (26 Prozent; zuvor 24 Prozent)          
  • Notgroschen (unverändert 5 Prozent)           
  • Ausbildung der Kinder (2 Prozent; zuvor 3 Prozent)
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