Wie die BGV auf die "Versicherungskäse"-Auszeichnung reagiert

Versicherungen von Martin Thaler

Der Negativpreis "Versicherungskäse" geht in diesem Jahr an die Schülerversicherung von BGV und Württembergische Gemeinde-Versicherung. Dort kann man die Auszeichnung nicht nachvollziehen.

Der BdV hat die in Baden-Württmberg angebotene Schülerversicherung mit dem Negativpreis "Versicherungskäse" ausgezeichnet.

Der BdV hat die in Baden-Württmberg angebotene Schülerversicherung mit dem Negativpreis "Versicherungskäse" ausgezeichnet. Foto: OpenClipart-Vectors - Pixabay.de

Er gehört zu den „Auszeichnungen“, über die sich wohl kein Versicherer freut: Einmal im Jahr verleiht der Bund der Versicherten (BdV) den Negativpreis „Versicherungskäse“. Nachdem in den vergangenen Jahren unter anderem die Allianz sowie die Axa mit diesem Preis bedacht wurden, sind es in diesem Jahr die Württembergische Gemeinde-Versicherung sowie die BGV Badische Versicherung AG für ihre Schülerversicherung.  

Dieses Produkt wird Schülern in Baden-Württemberg zu Beginn jedes Schuljahres zum Preis von einem Euro je Schuljahr angeboten und stellt eine Kombination aus Haftpflicht-, Sachschaden- und Unfallversicherung dar. Während die Württembergische Gemeinde-Versicherung dieses in Württemberg vertreibt, ist die BGV für den badischen Teil des Bundeslandes zuständig. Abgedeckt werden mit dieser Versicherung beispielsweise Unfälle, die passieren, wenn die Schüler vom Schulweg abweichen und somit nicht mehr den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz genießen. Im Falle einer Vollinvalidität wird hier eine Invaliditätsentschädigung in Höhe von 112.500 Euro gezahlt.

Zusätzlich zu dieser Grund-Versicherung können Schüler bzw. deren Eltern weitere Policen abschließen, beispielsweise eine Musikinstrumentenversicherung für sechs oder eine Fahrradversicherung für sieben Euro pro Schuljahr.  

Der BdV stößt sich hierbei nicht nur an aus seiner Sicht zu geringen Leistungen der enthaltenen Teilversicherungen, sondern vor allem am Vertrieb. Die Anträge dieser Versicherungen werden nämlich von den Lehrkräften an die Schüler verteilt. „Nach Ansicht der Jury aus Versicherungsexpert*innen ist die Beteiligung des Landes Baden-Württemberg an diesem besonderen System des Vertriebes von Versicherungen ein Skandal“, kritisiert der BdV und zitiert aus dem Jury-Urteil: „Versicherer und andere Finanzdienstleister haben aus Sicht der Jury an Schulen nichts zu suchen. Weder als Sponsor von Unterrichtsmaterialien noch als Vertreiber von Versicherungen für Schüler*innen. Dies muss erst Recht für Verträge gelten, deren Unsinn nur so zum Himmel schreit.“  

Seite 1: Schülerversicherung ist "Versicherungskäse"
Seite 2: Wie die BGV reagiert

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare