Welche Versicherungen für Hausbesitzer Pflicht sein sollten

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Unwetter, Feuer, Rohrbruch: Hausbesitzer brauchen umfassenden Versicherungsschutz, um im Schadensfall nicht vor dem Ruin zu stehen. Welche Policen sich lohnen – und welche verzichtbar sind.

Welche Versicherungen sollten für Hausbesitzer zum Pflichtprogramm gehören?

Welche Versicherungen sollten für Hausbesitzer zum Pflichtprogramm gehören? Foto: hschmider - Pixabay.de

Zwei Stockwerke, 140 Quadratmeter Wohnfläche, Wintergarten: Für Johannes Baumgartner war der Bau eines Einfamilienhauses in seiner Heimat, einem bayerischen Dorf an der Donau, ein lang gehegter Traum. Bereits als Student hatte er einen Bausparvertrag abgeschlossen, um sich dereinst ein Haus leisten zu können. Drei Jahrzehnte später war es so weit: Die Finanzierung war gesichert, alle Verträge unterschrieben, schon morgen könnte der Bau der 250.000 Euro teuren Immobilie beginnen.

Doch Baumgartner zögerte. Kurz zuvor hatte Sturm Friederike über Deutschland gewütet, Bäume aus dem Boden gerissen und Schäden in Milliardenhöhe angerichtet. Baumgartner wollte auf solche Ereignisse vorbereitet sein. Er machte einen Termin bei seinem Versicherungsmakler und fragte nach: Welche Versicherungen brauche ich für mein Haus? Welche Bausteine sollten sie enthalten? Welche sind verzichtbar?

Kunden wie der fiktive Johannes Baumgartner sind in Beratungsgesprächen immer häufiger anzutreffen. Gerade nach schweren Naturereignissen wie Orkan Xavier im vergangenen Herbst oder Sturm Friederike im Januar machen sich Menschen verstärkt Gedanken über den Schutz der eigenen vier Wände. Weil es in Deutschland keine Versicherungspflicht für Gebäude gibt, muss jeder Besitzer selbst entscheiden, welche Angebote er annehmen will und welche er ausschlägt. Grundsätzlich gilt: Schadensfälle, die selten und zugleich so schwerwiegend sind, dass dem Hausbesitzer bei ihrem Eintreten der finanzielle Ruin droht, sollten abgesichert werden.

Schon beim Bau einer Immobilie kann es für Eigentümer brenzlig werden. „Hausbauer haften persönlich, falls etwas auf der Baustelle passiert“, warnt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.de. Absichern kann man sich mit einer Bauherren-Haftpflicht. Die Kosten für die Police belaufen sich auf etwa ein Tausendstel der Bausumme, sagt Scharfenorth. Für seine 250.000 Euro teure Immobilie muss Baumgartner also zwischen 200 und 300 Euro kalkulieren. Eigenleistungen berechnen die Versicherer meist zusätzlich. Heißt: Legt der Bauherr beim Hausbau selbst mit Hand an, erhöht sich die Prämie, weil Versicherer seine Eigeninitiative als höheres Risiko bewerten.  

Nach Fertigstellung

Ist das Gebäude fertiggestellt, sollten Vermieter und Grundstückseigentümer unter Umständen eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht abschließen. Sie springt ein, wenn Personen auf dem Grundstück zu Schaden kommen. Eine solche Versicherung gibt es ab etwa 26 Euro im Jahr, abhängig unter anderem von der Größe des Grundstücks. Der Abschluss einer solchen Police empfiehlt sich allerdings nur für Hausbesitzer, die ihre Immobilie vermieten. Bewohnt der Eigentümer das Haus selbst, greift im Schadensfall in der Regel die private Haftpflichtversicherung.

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