Provisionsdeckel - Was Verbände und Pools befürchten

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Der BaFin-Vorschlag, die Abschlussprovisionen von Vermittlern weiter einzuschränken, trifft in der Branche auf geteiltes Echo. Während der BVK sogar verfassungsrechtliche Bedenken äußert, meinen andere, dass sich für Vermittler, die qualitativ hochwertig beraten, gar nicht so viel ändern würde.

Provisionsdeckel LV Lebensversicherung Michael heinz

Platzt bei Forderungen nach weiteren Einkommenseinbußen für Vermittler der Kragen: BVK-Präsident Michael Heinz. Bild: procontra

Laut Süddeutscher Zeitung schlug BaFin-Exekutivdirektor Dr. Frank Grund auf einer internen Sitzung des GDV Neuerungen bei den Abschlussprovisionen für Versicherungsvermittler vor. So sollen Versicherer höchstens 2,5 Prozent der Beiträge für Courtagen/Provisionen ausgeben, die der Kunde während der Vertragslaufzeit zahlt.
Vermittler, die eine geringe Storno- und Beschwerdequote aufweisen können, dürfen weitere 1,5 Prozent vom Versicherer erhalten. Dieser Vorschlag trifft in der Branche auf geteiltes Echo.

BVK: Vorschlag ist verfassungsrechtlich bedenklich

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) hält diesen Vorschlag für ungeeignet, denn er widerspreche den Vorstellungen eines selbstständigen und unabhängigen Unternehmers. Ein solcher Eingriff sei auch verfassungsrechtlich bedenklich, so der BVK. "Nach wie vor gilt in Deutschland der Grundsatz der Privatautonomie" betonte Michael Heinz gegenüber procontra. Seiner Ansicht nach, richtet sich die jetzt anhebende Diskussion über die Senkung der Abschlusskosten an die falsche Adresse. "Wir Vermittler haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagte Heinz und verwies auf deutliche Provisionseinbußen seit Einführung des LVRG und den Stornohaftungszeiten von sieben Jahren und länger.

Fonds Finanz: Keine Nachbesserungen beim LVRG nötig

Auch Markus Kiener, geschäftsführender Gesellschafter von Fonds Finanz, betonte gegenüber procontra die flächendeckende Senkung der Abschlusskosten. Zudem setzen manche Versicherer nun laufende Vergütungen ein, was ebenfalls - wie vom Gesetzgeber gewünscht - niedrigere Kosten für den Verbraucher bewirkt. Deshalb, so Kiener, seien Nachbesserungen am LVRG nicht notwendig.

Im Unterschied zum BVK hält Kiener den BaFin-Vorschlag für geeignet, um bei "richtiger Ausgestaltung" die Einführung eines harten Provisionsdeckels zu vermeiden.

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