Provisionsdeckel: 30 Prozent weniger Makler in drei Jahren?

Berater Top News von Michael Fiedler

Blau direkt befürchtet eine Zunahme des Vermittlerschwunds, Jung DMS appelliert an die Vernunft der Aufsicht und der BDVM sieht gar das Gute beim von der BaFin vorgeschlagenen Provisionsdeckel. Es hätte auch schlimmer kommen können - mit einem Provisionsverbot.

Lebensversicherung Provision Abschluss Oliver Pradetto

Der geplante Provisionsdeckel sorgt für "ordentlich Dampf im Kessel" (Symbolbild) pixabay/ Humusak

Bei Pools und Verbänden sorgen die BaFin-Vorschläge, die Abschlussprovisionen zu begrenzen, sorgte bereits für geteiltes Echo in der Branche. Auch Dr. Sebastian Grabmaier (JDC) und Oliver Pradetto (blau direkt) kritisieren die Vorschläge gegenüber procontra. So hält Grabmaier einen möglichen LV-Provisionsdeckel für "absolut unverhältnismäßig, um den Provisionsexzessen einiger weniger Marktteilnehmer entgegenzuwirken".

JDC: Maklermarkt würde hart getroffen

Ähnlich wie bereits der AfW, stört sich JDC an den Eingriffen in die unternehmerische Freiheit der Makler. Grabmaier befürchtet zudem eine "Gerechtigkeitslücke, wenn ein Versicherer die eigene Ausschließlichkeitsorganisation weiter üppig alimentieren darf, der Maklermarkt aber hart getroffen wird." Die Aufsicht dürfe nicht Ungleiches gleich behandeln und solle verfassungskonform regulieren, so der Pool auf procontra-Anfrage.

30 Prozent weniger Makler in drei Jahren?

JDC rechnet damit, dass insbesondere Vermittler, die gerade erst ihre Tätigkeit aufnehmen, Liquiditätsprobleme bekommen werden. Angesichts der ohnehin großen Nachwuchsschwierigkeiten in der Branche sicher kein erstrebenswerter Zustand.
Auch Oliver Pradetto geht von heftigen Folgen für den Vertrieb aus. Seine Prognose: "Sollten die tatsächlich vereinnahmten Beträge für Einzelmakler auf 25 - 30 Promille sinken, rechnen wir mit einem Absinken der heutigen Maklerzahlen um zusätzliche 30 Prozent innerhalb der nächsten drei Jahre."

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