P&R-Pleite weitet sich aus – weitere 15.000 Anleger betroffen

Sachwerte Top News von Florian Burghardt

Nun sind alle fünf Vertriebsgesellschaften der P&R-Gruppe insolvent. Der Anlageskandal interessiert auch die Politik. Zu den Ursachen und Auswirkungen der Schiff-Investments haben die Grünen einige kritische Fragen an die Bundesregierung gerichtet.

Die P&R-Pleite betrifft immer mehr Anleger.

Die P&R-Pleite betrifft immer mehr Anleger. Foto: StockSnap - Pixabay.de

Die Schieflage der Investmentgesellschaft P&R hat nun alle fünf Vertriebsgesellschaften der Gruppe erfasst. Nachdem im März bereits über drei P&R-Container-Gesellschaften das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, wurde gestern auch für die P&R AG und die P&R Transport-Container GmbH der Insolvenzantrag gestellt. Das hat die zuständige Insolvenzverwalterkanzlei Michael Jaffé heute mitgeteilt. Demnach müsste sich die Zahl der rund 50.000 betroffenen Anleger noch einmal um etwa 14.900 erhöhen. Die Geschichte droht einer der größten Anlageskandale Deutschlands zu werden.

Unabhängig von den jüngsten Entwicklungen scheint dieser auch die Politik zu interessieren. Zur Krise von Container- und Schiffsfinanzierungen hat die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet. In insgesamt 54 Haupt- und Teilfragen wollen die Politiker um den Grünen-Finanzexperten Dr. Gerhard Schick Details erfahren, wie, wann und in welchem Ausmaß das deutsche Geldanlagegeschäft mit der Schifffahrt in die Krise geraten konnte.

Dabei fragt die Oppositionspartei auch konkret nach dem Fall P&R und will unter anderem wissen:

  • Wie viele Anlegerinnen und Anleger haben Direktinvestitionen über P&R getätigt und in welchem Umfang?
             
  • Über welche Banken und Sparkassen wurden diese vertrieben und in welchem Zeitraum?
            
  • Seit wann wussten Bundesregierung und/oder BaFin von Mietunterdeckungen bei P&R?
              
  • Wurden aus Sicht der Bundesregierung bei P&R die Chancen und Risiken im Verkaufsprospekt umfassend dargestellt und hatten die Investoren alle nötigen Informationen?
            
  • Auch wurde noch gefragt, ob sich die von P&R bezahlten Containerpreise im üblichen Rahmen bewegten und ob es aus Sicht der Bundesregierung noch Regulierungslücken im grauen Kapitalmarkt gibt.

Experten rechnen damit, dass sich das P&R-Verfahren noch lange hinziehen könnte. Auch Finanzanlagenvermittler könnten durch die Pleite noch in die Haftung genommen werden. Wer betroffen sein könnte und warum, das erklärt Jan-Henning Ahrens, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, im procontra-Interview.

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