P&R-Insolvenz: Verfahren kann lange dauern

Sachwerte Top News von Martin Thaler

Die vorläufigen P&R-Insolvenzverwalter haben sich in einem Bericht an die Anleger gewandt. Deren größte Sorge ist derzeit das Fehlen von Eigentumszertifikaten.

Die P&R-Insolvenzverwalter haben sich nun in einem ersten Bericht an die Anleger gewandt. Foto:

Im März wurde bekannt, dass das Münchener Amtsgericht ein Insolvenzverfahren über drei zur P&R-Gruppe gehörende Containergesellschaften eröffnet hatte – die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie die P&R Container Leasing GmbH. Nun haben deren vorläufige Insolvenzverwalter einen ersten Bericht vorgelegt.  

Hierin halten die vorläufigen Insolvenzverwalter, die Rechtsanwälte Dr. Philip Heinke und Dr. Michael Jaffé, fest, dass für die Bestandsaufnahme und Analyse der vorhandenen Aktiva und Passiva mehr Zeit benötigt werde. Derzeit sei die vorläufige Insolvenzverwaltung zusammen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers damit beschäftigt, die vorhandenen Informationen und Zahlen aufzubereiten und zu analysieren. Dies werde aufgrund der großen Anzahl an Containern und der rechtlichen Komplexität der bestehenden Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zwischen den einzelnen Gesellschaften noch einige Zeit in Anspruch nehmen.  

Das Hauptaugenmerk müsse dabei darauf liegen, den störungsfreien Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. „Jede Störung des dortigen Geschäftsbetriebs kann schwerwiegende Folgen für die Gläubiger haben, denn nur wenn die Container weiterhin vermietet bleiben, können die entsprechenden Erträge gesichert und realisiert werden“, heißt es hierzu von den Insolvenzverwaltern.  

Kaum Eigentumszertifikate

Den betroffenen Anlegern raten Heinke und Jaffé zur Ruhe. Man solle sich nicht „von anderweitigen Verlautbarungen außenstehender Dritter, die oft nur ihr eigenes geschäftliches Interesse im Auge haben“, verunsichern lassen. Damit nehmen sie Bezug auf zahlreiche Anwälte, die im Internet nach potenziellen Klienten fischen.  

Denn für die Anmeldung ihrer Ansprüche haben Anleger noch reichlich Zeit. Zuerst muss einmal das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren formell eröffnen, damit Anleger Insolvenzforderungen anmelden können. Dieses wird dann auch im Anschluss eine entsprechende Frist bekannt geben, die in der Regel mehrere Monate beträgt.  

Für Sorge unter den 51.000 Anlegern, von denen mehr als die Hälfte (54,5 Prozent) über 60 Jahre alt ist, ist die Tatsache, dass nur die wenigsten im Besitz eines Eigentumszertifikats sind. So haben über 90 Prozent der Anleger kein entsprechendes Zertifikat – ein solches bekamen Anleger damals nur nach Aufforderung. Das heißt: Den Anlegern wurde in den meisten Fällen keine individuellen Containernummern zugeordnet, was auch eine Zuordnung der Mieteinnahmen für die Container unmöglich macht. „Dies ändert aber nichts daran, dass die im Insolvenzverfahren erzielten Erlöse allen Gläubigern, mithin also insbesondere den Anlegern zu Gute kommen werden“, beruhigt Insolvenzverwalter Jaffé. Wann Anleger hier aber auf Rückzahlungen hoffen können, bleibt bislang noch offen.

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